2020 Spanien/Portugal

Spanien/Portugal im Januar/Februar 2020 – Teil 3 – von weißen Dörfern, schroffen Felsen und blühenden Mandelbäumen – unterwegs in den Bergen von Andalusien

Am 28. Januar fahren wir über die Schrägseilbrücke Puente Internacional del Guadiana (auf Spanisch) oder auf Portugiesisch Ponte Internacional do Guadiana nach Spanien, die Brücke ist eine der längsten von Spanien die drittlängste Brücke Portugals.

Unterhalb von Sevilla finden wir einen schönen Stellplatz am Stausee Embalse De La Torre Del Aguila.

Wir sind die einzigen Camper, ein PKW mit weit aufstehenden Türen steht direkt am Ufer, zwei Männer sind am Angeln und Beschallen uns mit ihrer einheimischen Hit Musik aus dem Auto. Uns stört das gar nicht, wir fühlen uns sofort nach Südamerika, oder Mexiko versetzt. Ein paar Frauen laufen noch mit ihren Hundis ein paar Runden und später sind wir dann ganz allein. In Villamartín gehen wir in den Supermarkt und währenddessen wäscht unsere Wäsche in den Waschmaschinen, die am Supermarkt draußen stehen. Die Zeit der Wäsche ist doch länger als unser Einkauf und so laufen wir noch ein bisschen durch die Gassen der kleinen Stadt. Alles wieder gut verstaut, frische Wäsche und frische Lebensmittel fahren wir weiter zum nächsten Stausee dem Embalse de Zahara de la Sierra, auf dem Weg dahin können wir schon einen Blick auf eins von den Pueblos Blancos, den weißen Dörfern werfen, die wir uns in den kommenden Tagen anschauen wollen, auf Zahara de la Sierra. Wieder sind wir die einzigen Camper über Nacht, Foppolo und Anthony liegen nach einer Spielrunde, verstreut über dem Platz und beobachten in Ruhe die Umgebung. Lars bereitet das Abendessen vor und ich habe mich auch fürs in Ruhe beobachten entschieden 😉

Auf geht’s auf unsere Ruta de los Pueblos Blancos („Straße der weißen Dörfer“), wir haben uns ein paar Dörfer ausgesucht, welche wir uns gern anschauen möchten. Unsere Runde führt durch den Naturparks Sierra de Grazalema, ein Kalksteingebirge mit seiner typischen Karstlandschaft.
Zahara de la Sierra ist ein kleiner Ort und liegt am Nordrand des Naturparks Sierra de Grazalema. Wir parken gleich außerhalb und laufen ein kurzes Stück steile Straße hinauf in das Dorf. In der Ferne sieht man in den Bergen und an deren Hängen weitere weiße Dörfer in der Sonne blitzen. Die Straßen sind gesäumt mit kleinen Apfelsinenbäumchen und auch das Orange von den Früchten leuchtet uns vor den weißen Häuserwänden superschön entgegen, die Mandelbäumchen blühen. Ich freu mich so hier zu sein im wunderschönen Andalusien.

Die Landstraße, welche uns von Zahara de la Sierra (500 m hoch) ins nächste Pueblo Blanco nach Grazalema (812 m hoch) bringt, ist eine sehr kurvenreiche Strecke in traumhafter Berglandschaft, fast immer haben wir einen Blick auf den Stausee von Zahara de la Sierra. Wir winden uns zur Passhöhe Puerto de las Palomas in 1357 m Höhe hinauf und gönnen uns allen eine Verschnaufpause. Wir laufen zum Aussichtspunkt hinauf und genießen den Ausblick und beobachten die Steinadler und Falken wie sie in den Winden schweben.

Über den, oder an den Dächern von Grazalema führt uns die Straße am Ort erstmal vorbei. Es gibt wieder einen Parkplatz außerhalb des Dorfkerns, das ist wirklich sehr gut gemacht für uns Touristen. Müssen wir uns nicht mit dem Auto durch die engen Gassen hindurch mühen, Lars hätte dabei auch jedes Mal Bedenken mit unserem Hochdach an einem der Balkone hängen zu bleiben. Auch hier genießen wir die angenehme ruhige Atmosphäre, die Temperaturen stimmen für uns und so macht es Spaß mit den Hundis die Gassen zu erkunden.

Okay, es ist schon später Nachmittag und zwei weiße Dörfer Besichtigungen und eine kleine Passüberquerung reichen uns für den heutigen Tag. Wir müssen gar nicht mehr weit fahren, kurz hinter Grazalema entdecken wir einen Wanderparkplatz des Sendero del Pinsapar, auf welchem wir für die Nacht bleiben können. Den Wanderweg können wir nicht laufen, das ist nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung gestattet, denn hier wächst die seltene Igeltanne, sie findet man nur in Südspanien und in Teilen Marokkos. Wir parken ein und es dauert gar nicht lange, bekommen wir tierischen Besuch. Foppolo und Anthony sind müde vom Tagesausflug und interessieren sich recht wenig für die kleine Gruppe Steinböcke. Ich dagegen stehe mit dem Fotoapparat und versuche ein paar Fotos hinzubekommen.

Unser nächstes weißes Wunschdorf ist das kleine Örtchen Benaocaz (793 m hoch). Wir befinden uns immer noch Mitten in der Gebirgsregion und Naturpark Sierra de Grazalema. An der Stadt Ubrique sind wir vorbeigefahren, der Ort ist ein ganzes Stück größer und so einen größeren Rundgang heben wir uns auf für die Stadt Ronda. Kurz vor Benaocaz suchen wir uns eine Stelle zum Parken am Straßenrand für ein Picknick. Ein paar Meter weiter steht ein Esel, er ist an einem langen Seil angebunden. Nach kurzer Zeit merken wir, wir lassen uns gerade hinten am Auto unseren Käse und Schinken mit Brot schmecken, das das Seil vom Esel sehr, sehr lang ist. Sie reicht bis ans Buschtaxi, denn vorn am Bullfänger schuppert sich genüsslich der flauschige Kamerad und lässt das ganze Auto wanken. Nach diesem lustigen Zusammentreffen und unserer kleinen Stärkung laufen wir durch die hübschen Gassen des kleinen Dorfes. Am anderen Ortsausgang entdecken wir bei der Weiterfahrt noch einen Brunnen und füllen unsere Wassertanks auf.

Unsere kleine Runde durch den Naturpark Sierra de Grazalema schließt sich wieder am Stausee von Zahara de la Sierra, wir bleiben gleich noch einen Tag zum Ausspannen. Es ist so schön, es ist Ende Januar und wir haben T-Shirt (und Lars natürlich auch kurze Hosen-) Wetter zum Wandern. Nach einem faulen Vormittag laufen wir erst gegen Mittag los, wir haben auch etwas Proviant im Rucksack für den kleinen Hunger. Ohne Eile laufen wir den Weg am Stausee entlang, genießen den Blick auf das in verschiedensten Blautönen schimmernde Wasser und auf das weiße Dorf Zahara. Nach ein paar Kilometern entscheiden wir uns schon für Picknickzeit und schon wieder ausruhen 😉 Zurück am Camper lassen wir auch genauso den Tag beenden. Ganz in Ruhe. Morgen geht’s auf nach Ronda.

Ronda ist keine 40 km von unserem Platz am Stausee entfernt und so kommen wir schon am Nachmittag im wohl eines der bekanntesten der Pueblos Blancos im andalusischen Bergland an. Tatsächlich erst zum zweiten Mal auf dieser Reise beziehen wir Quartier auf einem Campingplatz. Von Camping El Sur können wir zu Fuß, die nicht mal 2 Kilometer in die Altstadt laufen. Da wir keinen Strom brauchen dürfen wir auf die obersten Terrassen-Stellplätze, die eigentlichen Zeltstellen, hochfahren. Wir stehen ganz allein und haben dazu einen bezaubernden Blick auf die Stadt. Am nächsten Tag wappnen wir uns mit Fotoapparat, Wasserflaschen und Trinknäpfen für Foppolo und Anthony und ziehen los Richtung Altstadt. Wir hoffen, dass es uns nicht zu heiß wird in der Sonne und wir nicht beizeiten die Lust verlieren. Um in die Altstadt zu gelangen, laufen wir über die berühmte Brücke Puente Nuevo (neue Brücke). Im 18. Jahrhundert als Steinbrücke mit drei Torbögen erbaut, überspannt sie die etwa 120 Meter tiefe Schlucht El Tajo. Ronda liegt auf 723 m Höhe, von der Brücke haben wir einen wunderschönen Blick in die Berglandschaft. Lars, Foppolo und Anthony warten immer sehr geduldig in den vorhandenen Schattenplätzen, auf mich, bis ich mein Foto im Kasten habe. Natürlich waren auch berühmte Schriftsteller hier in der Stadt und so laufen wir den schönen Hemingway Fußweg bis wir an seinem Denkmal ankommen. Auch an der Stierkampfarena, eine der ältesten und größten Spaniens, laufen wir vorbei und an der ein oder anderen Kirche. Es ist nicht viel los in der großen Stadt, es lässt sich wirklich auch mit den Hunden zusammen angenehm laufen. In einer kleinen Seitengasse entdecken wir ein kleines Restaurant, wo wir gut im Schatten sitzen, uns ausruhen und eine kleine Stärkung zu uns nehmen können. Dies tun wir landestypisch mit ein paar leckeren Tapas, die kleinen Appetithäppchen die üblicherweise zu Wein, aber auch zu Bier gereicht werden. Danach schlagen wir den Rückweg ein zum Campingplatz, am späten Nachmittag sind wir zurück. Dann doch etwas Fußlahm und müde genießen wir den lauen Abend mit diesem wunderschönen Blick über Ronda.

Die Kleinstadt Setenil de las Bodegas ist nur ca. 20 km von Ronda entfernt. Das Besondere an diesem Pueblo Blanco sind die in bzw. unter einem ausgewaschenen Felsüberhang gebauten Häuser. Es gibt viele kleine Restaurant und kleine Geschäfte, in einem dieser kaufe ich uns ein Olivenöl aus der Region und ein paar Süßigkeiten.

Unsere Fahrt geht weiter durch Andalusien, die Kompassnadel zeigt Richtung Süd-Ost. Lars freut sich schon sehr auf den Parque Nacional de Sierra Nevada. Davon berichten wir im nächsten Beitrag.
hasta luego

LANDKARTE

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