Peru (2004)

1.- 11.7. Cordillera Blanca / Huaraz/ Chavin/ Caraz/ Laguna Paron

Lars:
Nach dem Fruehstueck geht´s von La Union weiter Richtung Huaraz. Zunaechst fahren wir durch ein immer gruener werdendes Flusstal bis Huallanca. Von dort steil bergan bis zu einer Mine (Huansala) in 4.000 m Hoehe. Es beginnt eine Asphaltstrecke und fuehrt uns bis auf die Passhoehe Abra Yanashalla (4.720 m). Kurz darauf ist eine Kreuzung und rechts zweigt eine ziemlich mies aussehende Piste Richtung Huaraz ab. Wir ueberlegen, ob wir weiter geradeaus ueber Asphalt die laengere Strecke nach Huaraz nehmen, da das Piste fahren gerade mal wieder reicht! Es weht ein eisiger Wind, so ziehen wir uns erstmal waermer an und entscheiden uns doch fuer die Piste. Zum Glueck, wir werden von grandioser Landschaft belohnt. Die Strecke schlengelt sich bis auf 4.780 m, dem Pass Huarapasca, durch schneebedeckte Berge. Wir haben phantastische Ausblicke in den NP Puya-Raimondi. Spaeter fahren wir direkt an den riesigen Pflanzen Puya-Raimondi vorbei, nach welchen der NP benannt wurde. Die Pflanzen gehoeren zur Gattung der Ananasgewaechse und koennen bis zu 100 Jahren alt werden, wachsen in einer Hoehe von 3.800 m- 4.200 m, der Bluetenstengel wird bis zu 10 m hoch, jedoch sterben sie nach einmaliger Bluete ab. Wir machen einige Fotos mit Groessenvergleich und fahren anschliessend durch weite Punalandschaft auf recht guter Strecke. Nach ca. 100 km erreichen wir die Strasse Richtung Huaraz und treffen 16 Uhr dort ein. Nach kurzer Suche finden wir ein gemuetliches Hostal „Joe’s Place“ und koennen im Garten unser Zelt aufschlagen.
In Huaraz verbringen wir 4 Tage und starten dann zu der im Reisefuehrer sehr interessant beschriebenen Huascaran-Rundfaht. In Catac fuehrt eine Serpentinenstrecke vorbei an der Lagune Querocochan bis zu einem Tunnel (Tunel de Kawish in 4.516 m Hoehe), welcher auf der Passhoehe durch den Fels geschlagen wurde. Wir stoppen vor dem Tunnel, ich reinige den verdreckten Scheinwerfer (um etwas mehr zu sehen, als durch den 6 km Tunnel ohne Beleuchtung in Chile!). Doch kurz nach Einfahrt sehen wir bereits „Licht am Ende des Tunnels“ und die 480 m Tunnellaenge sind schnell gefahren. Anschliessend geht es wieder hinab ins Tal bis nach Chavin. Es ist erst 15 Uhr und so beschliessen wir uns noch die Ruinen von Chavin anzusehen.Nach nur 10 min. Fussweg sind diese erreicht und mit Hilfe der sehr guten Beschreibungen im Reisefuehrer laufen wir durch die imposante Tempelanlage.
Aus dem Reisefuehrer: „Der Ruinenkomplex in Form einer Tempelburg gilt als das aelteste Steinbauwerk Peru’s, die Bauanfaenge werden um 1.000 v.Chr. datiert. Der Gesamtkomplex umfasst zahlreiche Gebaeude mit Plattformen und Innenhoefen, die zum Teil durch unterirdische Gaenge miteinander verbunden sind und er wird von der grossen abgesenkten Plaza beherrscht.
Die gesamte Anlage ist nach Osten zum Urwald hin ausgerichtet. Der in der Naehe fliessende Rio Mosna muendet in den Rio Marañon und dieser in den Amazonas. Die Bausteine stammen vom Kawish-Pass und wurden vermutlich zur Regenzeit herabgefloesst. Die Mauern des Castillos waren mit Cabezas Clavas (Nagelkoepfen) verziert, die teilweise recht gut enthalten sind.“
Am naechsten Tag wollen wir knapp 200 km Piste bis zur Lagune Llanganuco fahren. Wir starten 9 Uhr. Kurz hinter Chavin will ich den Klapphelm schliessen, es knackt und ich habe das „halbe Kinnteil“ in der Hand. So ne Sch… Ein Drehteil des Klappmechanismus ist gebrochen. Ich saeubere und oele die restlichen Teile und halbwegs bzw. mit Vorsicht „klappt“ es wieder (wir beschliessen spaeter der Sicherheit wegen das Teil nach Chiclayo von Andy aus Madenhausen bei Schweinfurt – einer kleinen BMW Werkstatt – schicken zu lassen, per e-mail und Digital-Foto koennen wir mit ihm das benoetigte Teil abklaeren und tatsaechlich kam es dort nach nur 10 Tagen Postweg wohlbehalten an – besten Dank nochmal an Andy!).
Wir fahren ueber San Marcos (2.500 m) nach Huari (3.100 m) entlang eines Flusstales recht miese Strecke. Von Huari geht’s etwas bessere Piste steil bergan bis zur Passhoehe Abra Huachucocha in 4.200 m Hoehe. Es wird kalt, wir stoppen, ziehen die Fleecpullover an, trinken Tee und wieder bergab bis nach San Luis (3.100 m). Durch ein schoenes Flusstal fuehrt die Strecke, nach einer
Weile kommt ein Abzweig, doch ohne Wegweiser, kurz zuvor stand ein LKW am Rand, so fahren wir das Stueck zurueck und fragen nach dem Weg. Unsere Strecke nach Yanama geht geradeaus. Kurz dannach sind ein paar Arbeiter beschaeftigt einen Erdrutsch zu begradigen. Wir warten einen Moment bis die Auffahrt passabel aussieht. Dagmar steigt vorsichtshalber ab und ich meister das Stueck allein ohne Problem. Zu allem Ueberfluss kommt uns noch auf der schmalen Piste ein LKW entgegen. Der Fahrer ist einsichtig und faehrt bis zu einer Ausweichstelle zurueck. Glueck gehabt. Der Weg geht weiter steil, schmal und mies bergan bis Yanama (3.000 m). Von dort beginnt ueber Vaqueria (3.700 m) die landschaftlich grandiose Piste bis zum Pass Portachuelo (4.737 m). Leider sind die riesigen Berge durch Wolken verdeckt. Erst kurz vor der Passhoehe bietet sich durch ein Wolkenfenster Blick auf den Huascaran (6.768 m). Es ist atemberaubend. Hinter der Passdurchfahrt, welche wie ein Trichter durch den Fels geschlagen wurde, halten wir und lassen die Bergriesen auf uns wirken. Von hier geht´s steil bergab bis zur Lagune Orancocha (3.846 m).
Dort schlagen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit (18 Uhr), unter staendiger Beobachtung einiger Strassenbauarbeiter, welche hier in einer Berg-Refugio untergebracht, unser Zelt auf. Sie wollen dies und das wissen und bestaunen das Gespann. Nachts regnet es stark und am naechsten Morgen sind die umliegenden Berge schneebedeckt, eine imposante Kulisse. Da es recht kalt ist beschraenken wir das Fruehstueck auf das noetigste, packen unsere sieben Sachen und fahren weiter die Piste bergab nach Yungay und von dort, nach knapp 300 km Piste, wieder auf Asphalt bis Caraz (2.200 m) noch 30 km. Im Ort finden wir das Hostal Los Pinos. Im schoenen Garten koennen wir unser Zelt aufschlagen. Auch drei Radfahrer, Lisa und Martin aus Rosenheim (fuer 4 Moante in Equador und Peru) und Katy aus Australien (fuer 9 Monate in Suedamerika) zelten hier. Abends braten wir gemeinsam frische Forellen dazu Salzkartoffeln und Zucchini und plaudern im englisch-deutschem Sprachgewirr ueber unsere Reisen. Am naechsten Tag mussen wir uns leider schon wieder verabschieden, da die drei zu einer 4- taegige Wandertour starten.
Es ist gerade das zweite Juliwochende an welchem wir eigentlich, wenn man daheim ist, zur Stella Alpina (Hochgebirgstreffen in Italien) fahren. Dies ist gerade doch etwas zu weit und so fahren wir eben hier in die Berge zur Laguna Paron. Nach nur 32 km sind wir auf 4.200 m Hoehe (2.000 m Hoehenunterschied!) . Die Laguna liegt in traumhafter Kulisse umringt von gewaltigen Sechstausendern vor uns. Wir laufen noch ein Stueck am See entlang doch nach einer halben Stunde geht uns die Puste aus (die Hoehe) und wir kehren um und fahren wieder ueber die unzaehligen Serpentinen zurueck nach Caraz. Auf dem Weg kommen wir noch an der Forellenzucht, an welcher Martin und Lisa bereits die guten Forellen gekauft hatten, vorbei und so gibt´s am Abend nochmal leckere Forellen und kuehles Bier. Prost!

Dagmar :
Wir fahren nach Huanchaco, ein Fischerdorf direkt am Meer, es ist ein beliebter Ferienort der Peruaner, aber da ja gerade „Winter“ herrscht, sind wenig Touristen da. Wir finden einen schönen Campingplatz mit Meeresblick , hier werden wir wohl ein paar Tage bleiben, denn es gibt auch einiges anzusehen in der Umgebung.
Die Pyramiden der Mochica ( 200-800 n.Chr. ) Huaca del Sol und Huaca de la Luna ( Sonnen-und Mondpyramide ) sind die grössten präkolumbischen Heiligtümer Südamerikas und bestehen aus Millionen von Adobe-Ziegeln ( Lehm ). Die Mondpyramide wird restauriert und mit einer kleinen Führung können wir sie besichtigen. In den verschiedenen Ebenen der Stufen entdeckte man verschiedenfarbene Malereien und Reliefs. Die Lehmziegelpyramiden hatten wahrscheinlich verschiedene Aufgaben und waren keine Mausoleen wie die Pyramiden in Ägypten. Sie waren Heiligtümer, dienten zu zeremoniellen und auch militärischen Zwecken und alltäglichen Bräuchen.