Skandinavien Teil 1

Hallo liebe Familie und liebe Freunde,

heut ist Dienstag der 17.7., der Beginn unserer 6. Reisewoche (und unser 2.Hochzeitstag), ich denke es ist an der Zeit mal für einen kleinen Reisezwischenbericht.

Wir starteten Dienstag den 12.6. , einen Tag nach Vatis Geburtstag. Es geht erst am Abend los Richtung Insel Rügen / Sassnitzer Hafen. Von dort sind wir noch nie losgefahren, sonst immer von Rostock. Also diesmal geht die Fähre Mittwoch 7.45 Uhr mit 4 Stunden Fahrt nach Schweden / Trelleborg. Wir müssen die gesamte Überfahrt draußen auf Deck verbringen, denn wir haben ja ab jetzt einen Hund mit auf Reisen und Hunde dürfen nicht in den Schiffssalon. Wir haben die Decke mit für Foppolo und auf dieser ist es sehr gemütlich, ohne murren verbringt er die Zeit. Der Seegang ist ruhig und auch wir können etwas schlafen, sind wir doch die ganze Nacht durchgefahren. Als wir ankommen und wieder zu den Autos dürfen, schafft es Foppolo nur bis zum Teppich des Fahrstuhls und macht kräftig pipi mit vielen Zuschauern, welche uns noch extra laut darauf aufmerksam machen und lachen. Wir haben eine Zewarolle dabei…

Wir fahren bis zum Asnensee und bleiben bis Freitag. Hier fährt Foppolo das erste Mal im Kanu mit, er bekommt seine Schwimmweste an und los geht’s. Die erste Fahrt dauert eine viertel Stunde, die nächste Fahrt ist eine halbe Stunde und ein paar Tage später werden es schon 8,5km ca 2 Stunden.

Aber vor dieser Kanutour sind wir noch ein paar Tage in Hjortsberga eingeladen, hier machen Elli, Körni, Ann und Axel Urlaub in zwei kleinen Hütten am See. Wir übernachten auf der gegenüberliegenden Seite am Badestrand vom Ort, da bei den Vieren leider keine Stellmöglichkeit vorhanden ist. Auch Sabine, Matthias mit der kleinen Lene wollen noch kommen, bis sie da sind machen wir noch einen Zwischenstopp am Bolmensee auf den Campingplatz zum Duschen. Wir fahren wieder zurück, mittlerweile sind auch die 3 eingetroffen, sie stellen sich mit zu uns an den Badestrand. Am Abend besuchen uns Elli, Körni, Ann und Axel mit ihrem kleinen Boot, wir grillen zusammen, leider mit einigen kräftigen Regenschauern. Die Einzigen die der Regen nicht zu stören scheint sind Lene und Foppolo, nachdem sie pitschnass sind verschwinden sie in ihre Betten und schlafen ein.

So ist die 1. Woche schon um, wir verabschieden uns Dienstag den 19.6. von allen und fahren weiter Richtung Norden. Wir haben uns um entschieden, wir wollen nun in Schweden/Norwegen nach oben und in Finnland wieder runter fahren.

Es folgt eine Übernachtung an einem See mit schönem Strand, aber leider haben Hunde Badeverbot, so muss Foppolo Lars zuschauen wie er seine Runde schwimmt.

Der nächste Stellplatz ist am See Östra Silen Nähe Krokfors, sehr schöner Platz an einem Booteinlass. Hier bleiben wir zwei Nächte und fahren die 8,5km Kanu, es ist herrliches Wetter bei 25-30 Grad. Vor vielen Jahren haben wir hier schon mal eine mehrtägige Kanutour gemacht. Am Abend gibt es aber leider sehr viele Knots, diese winzig kleinen Fliegen, die einen derartig beißen, das es höllig juckt.

Wir fahren weiter bis zum Älgsjön im Glaskogengebiet, diesen See hat Lars noch im GPS gespeichert als Übernachtungs-und Kanupunkt vom letzten Urlaub. Ein sehr schönes Plätzchen, aber auch hier wieder diese lästigen Knots. Nachdem wir nun fast schon komplett zerbissen wurden, beschließen wir Richtung Norwegen in die Berge zu „flüchten“. 253km gefahren und wir sind in 630m Höhe auf dem Friis-veien kurz vor Ringebu in Norwegen.

Dann im Rondane NP, es beginnt grad unsere 3. Reisewoche, Dienstag der 26.6., machen wir eine wunderschöne Wanderung in den Bergen auf 1080m Höhe, bei ca.10 Grad mit Wind, Sonne und ein paar Wolken. Foppolo lernt ihm noch unbekannte Natur kennen, er tobt sich im Schnee aus und wälzt sich im Fjällmoos. Es waren die ersten 10 Wanderkilometer für ihn, danach schläft er wie ein Murmeltier. Bevor wir weiter fahren am nächsten Tag, laufen wir noch eine kleine Runde, das Wetter ist noch schöner geworden.

Lars lässt es sich natürlich nicht nehmen und nimmt ein kleines Bad im Gebirgsbach, wir schauen ihm zu und ich friere schon nur dabei.

Lars möchte gern zum Savalen See, er liegt 740 m hoch, dort findet jedes Jahr im tiefsten Winter ein Motorradtreffen statt. Jetzt ist aber Sommer und wir können auf dem See eine Runde Kanu fahren, es werden ca. 10 km. Es ist ein ziemlich großer See, aber total windstill, die Wasseroberfläche ist spiegelglatt.

Wir laden das Kanu wieder auf das Dach, auf der weiteren Wegstrecke halten wir kurz an einem Campingplatz um zu duschen, danach finden wir an einem Skilift am Waldesrand einen schönen Übernachtungsplatz. Der nächste Platz ist nicht so ruhig, zwar sehr schön gelegen am Fluss, aber direkt an einer Stromschnelle eben sehr laut, wenn man so wie wir oben im Klappdach schläft. Bei Foppolo unten im Auto ist es sehr viel leiser…

Im Reinheimen NP machen wir vor dem Abendbrot eine Wanderung von 5 km, es geht 250 m hoch und wieder runter, direkt an einem tosenden Bergfluss entlang. Überquert wird der Fluss über uralte Holzbrücken, in sehr interessanter Bauweise und einer Steinbrücke, was ein riesengroßer herabgestürzter Felsstein ist, welcher hängenblieb.

Wir sind am Meer. Übernachtungsplatz mit Blick auf den Norddalsfjorden. Beim abendlichen Spaziergang durch Wiese und Wald zu einem See, platscht Foppolo beim Überqueren eines Bächleins auf einem schmalen Brett ins Wasser. Kurz erschrocken und sich kräftig geschüttelt geht’s weiter. Am nächsten Morgen fahren wir mit der Fähre über den Fjord.

Weiter geht’s zum Trollstigveien, hier sind wir auch schon mit dem Motorrad gefahren. An steilen Felswänden windet sich die berühmte Serpentinenstrecke, 800 Höhenmeter und 11 Haarnadelkurven, 2 Wasserfälle direkt an der Straße.

Unsere Campstelle finden wir direkt im Anschluss ein Stück im Wald an einem Fluss. Am Morgen helfen wir noch unseren Campnachbarn (er aus Neuseeland, sie aus Malaysia auf Europatour), sie stehen auf der anderen Straßenseite im Wald, ihr Campingbus steckt fest. Lars kann sie mit dem Jeep rausziehen und sie sind erleichtert.

Die 4. Reisewoche beginnt, es ist Dienstag der 3. Juli, ein warmer sonniger Tag. Herrliche Fjordlandschaft, den Stangvikfjorden überqueren wir mit der Fähre. Direkt hinterm Fähranleger, in einer Seitenstraße finden wir einen Übernachtungsplatz. Unsere Knotwunden sind soweit verheilt und wir beschließen wieder nach Schweden zurück zu kehren. Da fahren wir gleich mal 340 km am Stück, was uns ganz schön schafft. Unsere Tageskilometer sollen eigentlich nicht mehr als 100-150km sein, so hatten wir es uns vorgenommen, aber es gibt eben auch Tage da will man einfach nur vorankommen. Foppolo schläft fast immer über die gesamten Fahrzeiten.

Unser Ziel ist Järpen, wir wollen mal bei Lundhags im Werksverkauf stöbern, hatten wir doch im letzten Urlaub ein paar schöne Dinge dort erworben. In der Nähe gibt es einen Campingplatz mit herrlich grüner Wiese. Wir bleiben 2 Nächte. Wir können mal wieder duschen, nur leider gibt es wieder keine Waschmaschine, das Wäsche waschen wird also nochmal verschoben, aber nicht schlimm, es gibt noch ein paar frische Sachen im Beutel. Direkt am Platz fließt ein großer Fluss entlang mit Wasserfall, daneben geht ein kleiner Wanderweg, ideal für einen Spaziergang mit Foppolo. Der Shoppingausflug zu Lundhags bleibt erfolgslos. Weiter geht die Fahrt, aber nicht bevor wir Dani zu ihrem 40. Geburtstag angerufen haben. Es geht auf Naturstraßen durch die Wälder, aber leider regnet es den ganzen Tag. Erst am Abend als wir am Ströms Vattndal See einen Übernachtungsplatz finden kommt die Sonne raus. Wir essen noch draußen unser Abendbrot, dann müssen wir schon wieder ins Auto flüchten wegen zu großer Knotsattacke.

Wir erreichen das Lappland. Auf einem Naturcampingplatz am See in Fatmomakke, das südlichste Lappendorf von Skandinavien, finden wir einen schönen Stellplatz . Wir gehen ein Stück wandern, es ist sehr warm und die Mücken umschwirren uns. Die Holzstege die extra für moorastige Passagen gelegt wurden liegen zur Zeit auf trockener Erde. Wir gehen nur 5 km da läuft uns schon der Schweiß, Foppolo ist es auch warm in seinem immer länger werdenden Fell, aber da kommen wenigstens die Mücken nicht durch. Nur von unten, wo das Fell nicht so dicht ist, wird er auch gebissen. Das werden kleine rote Flecken. Wir gehen im See baden, ja sogar auch ich traue mich ins kalte Wasser.

Am nächsten Vormittag, es ist Dienstag der 10.7., der Beginn unserer 5. Reisewoche, laufen wir noch eine kleine Runde durch das Dorf und schauen in die alte Kirche rein. Fahren dann weiter, nun wieder Richtung Meer, denn wir wollen Stefanie und Uwe in ihrer Ferienhütte besuchen. Lars möchte bei Uwe einen kleinen Meeresangelexkurs belegen. Vorher finden wir noch einen Campingplatz mit Waschmaschine und Trockner. Beides läuft für uns mehrere Stunden.

Freitag den 13.treffen wir dann bei den Beiden ein. Sie sind noch mit ihrem Boot draußen, wir warten kurz, am Ufer filetiert Uwe die gefangenen Fische direkt und dann werden wir mit einer sehr schmackhaften Fischmahlzeit empfangen. Außerdem freue ich mich schon sehr auf das Roggenvollkornbrot vom Medinger Bäcker. Ich hatte sie gebeten, ein paar Brote mitzubringen. Zum Abend fahren wir zur ersten gemeinsamen Angeltour nach draußen auf den Fjord, am Anfang nicht zu weit vom Ufer entfernt, wollen wir erst mal sehen wie es Foppolo im Boot gefällt. Es klappt ganz gut, wir haben auch ein paar Leckerlis für ihn an Bord. Ein Fisch beißt auch bei uns, welcher aber wegen Untermaß wieder ins Meer darf und einer darf wieder zurück, wegen Mangel nicht schmackhaft. Wir fahren mit dem Boot noch an eine andere Stelle, auch dort wenig Erfolg. Außer mit dem Wetter, es fängt mächtig an zu regnen. Also geht es zügig zurück an Land und zur Hütte zum Trocknen.

Nachts stürmt es mächtig. Der Wind drückt stark gegen die Zeltwände vom Klappdach. Am Tag weht immer noch ein kräftiger Wind, wir können nicht Boot fahren, so daß wir zunächst eine Wanderung machen. Auf dem Rückweg bemerkt Lars erst am Auto, das GPS ist weg, er hatte es am Gürtel. Oh je, das ist sehr schlecht. Zuletzt hatte er ca. vor 2 km darauf gesehen. Bleibt uns also nichts weiter übrig, als das Stück nochmal zurück zugehen. Stefanie findet es tatsächlich nach ca. 1,5 km am Wegesrand. Die Freude ist groß und wir sind überglücklich, hatten wir es doch erst kürzlich gekauft… Am Abend wird dann noch ein Angelversuch vom Ufer aus gestartet. So bekommt Lars das Meeresangeln vom Boot und vom Ufer gezeigt.

Die zweite Nacht bei Uwe und Stefanie stürmt es weiter und wir brechen des Nachts den Versuch ab im geöffneten Klappdach zu schlafen, die Windböen sind zu heftig. Wir starten einen zweiten Versuch und legen uns auf unseren Notschlafplatz in die untere Etage zu Foppolo und klappen das Dach ein. Es ist ein bisschen eng für alle, aber eben zur Not geht es.

Auch am nächsten Tag wollen wir noch eine Wanderung machen, der Wind weht immer noch und das aufs Meer fahren mit dem Boot wird wieder nichts. Leider falle ich zu Beginn der Wanderung hin, direkt mit dem Knie auf einen Stein, welches dann eine kleine Platzwunde hat. Kein Pflaster im Rucksack, heißt zurück zum Auto. Es tut auch zu weh um weiterzulaufen. Wir warten in der Hütte auf die Beiden. Am Nachmittag werden wieder Angelversuche gestartet. Wir beschließen die nächsten zwei Nächte mit in der Hütte zu schlafen, es ist dann doch ruhiger und Foppolo scheint es auch sehr gut auf dem Sofa zu gefallen… Das Wetter will einfach nicht besser werden, es stürmt und der Regen peitscht. Am Dienstag den 17.7. macht Lars für alle ein leckeres Pancakefrühstück, Stefanie hat uns ein kleines hübsches Blumessträußchen gepflückt und auf den Tisch gestellt. Kurz nach dem Mittag verabschieden wir uns von den Beiden, trotz der Wetterlage haben uns die 4 Tage großen Spaß gemacht. Wir fahren weiter Richtung Norden…

Das waren schon die ersten gefahrenen, gewanderten, gepaddelten, …. , 4500 km.

 

Ganz liebe Grüße Lars, Dagi und Foppolo das kleine Räuberchen.

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