8.Teil Alaska – Der Dalton Highway

26.07.08 Samstag  446 km  auf dem Dalton Highway Marion Campground

Wir starten spät doch die Tage sind lang und es wird ohnehin nicht dunkel. 14 Uhr ist alles verstaut und die Fahrt kann beginnen. Gleich nördlich von Fairbanks geht es bis auf gut 600 m Höhe und ein paar große Regenwolken versperren die Sicht. Aber nur ein kurzes Stück, dann wird es besser. Nach 200 km erreichen wir den Yukon. Ein gewaltiger Strom. Nach weiteren 100 km ist der Polarkreis erreicht. Gegen 21 Uhr schlagen wir das Zelt im schön gelegenen Marion Campground auf. Ein Schild warnt, weist auf die aktuelle Bärengefahr hin. Vor einigen Tagen fanden die Ranger ein totes Elchkalb ganz in der Nähe. Also alles (Proviant und Kosmetik) wieder gut in den Alukisten verstaut und ein Stück vom Zelt entfernt angeschlossen. Ein prima Lagerfeuer können wir mit dem zurechtgeleten Feuerholz entfachen. Gleich auf dem Nachbarplatz zelten  2 ältere Gespannfahrer (http://larrylarry75.blogspot.com). Sie sind auch gen Norden unterwegs und jetzt zu später Stunde schon gut angetrunken und unterhalten sich ziemlich laut, ist das Bärenabwehr ? Die Verständigung klappt trotzdem und wir erzählen ihnen, daß unser Gespann daheim in der Garage steht. Einer fährt eine ältere R 75 mit Dnepr-Seitenwagen und der andere eine Einzylinder-Aprilla mit SW.

27.07.08 Sonntag  35 km  auf dem Dalton Highway  Wiseman

Gegen 9 Uhr stehen wir auf , die Gespanne sind schon weg. Als wir mit Frühstück fertig sind und gepackt haben kommen die Seitenwagen doch noch einmal auf den Platz gerollt. Sie waren in Coldfoot frühstücken. Jetzt sucht der eine von ihnen sein Handy. Da war wohl ein Bierchen gestern zu viel?! Sie starten und eine Weile später wir auch. Sicher werden wir sie bald einholen, doch dann kommt es anders….Auch wir fahren zurück nach Coldfoot und holen uns noch einige Infos im Visitorcenter. Hier können wir auch die Bustour von Deadhorse zur Prudhoe Bay anmelden.Jetzt geht es los gut 400 km sind es noch. Nach ca. 20 km halte ich genau am Abzweig nach Wiseman an. Ich hoffe noch, daß das leichte Schlingern am Hinterrad von der Piste ist, doch nein, ein herlicher Nagel steckt in der Decke. Na schön, der erste Plattfuß nach 23.000 km und noch dazu im neuen Reifen. Also alles abgeladen, das Hinterrad ausgebaut, die Montiereisen vom Motorschutz abgeschraubt, Reifen runter und untersucht. Doch was muß ich sehen, der Nagel hat ganze Arbeit geleistet und hat gleich noch das Gewebe der Seitenwand zerstört. Gut was wollen wir machen einen Ersatzreifen haben wir nicht dabei. Ich montiere einen Schlauch (vorher schlauchlos) und beginne mit der Miniluftpumpe zu pumpen. Doch irgendwie wird es nicht mehr Luft im Reifen und ich ahne schon, daß ich den Schlauch beim Montieren eingeklemmt und beschädigt habe. Etwas aus der Übung, nun ja. Mitten im Pumpen hält ein PKW neben uns an und fragt ob wir Hilfe brauchen. Wie es der Zufall will, es sind auch Deutsche. Berni und Uta leben mit ihren zwei Kindern in Wiseman.Dort haben sie ein Bed-und Breackfast für die Touristen die auf dem Weg nach Deadhorse sind. Sie haben einen Minikompressor und Stopfen zum Flicken von Schlauchlosreifen dabei. Berni flickt den Reifen doch der Minikompressor reicht nicht aus den Reifen auf der Felge in die Nut zu drücken. Also fahren wir mit dem Hinterrad im Auto 3 km zu ihnen. Berni hat einen größeren Kompressor daheim, der schafft es gleich doch wie befürchtet kommt an der beschädigten Stelle eine große Beule aus dem Reifen. So können wir nicht weiterfahren. Berni meint kein Problem, morgen Nachmittag habt ihr einen neuen Reifen und heute könnt ihr bei uns zelten.

28.07.08 Montag  9 km Wiseman

Zum Frühstück mit Sauerteig-Pancakes sind wir bei ihnen eingeladen. Danach telefoniert Berni nach Fairbanks zu einem Motorradhändler. Er hat genau den richtigen Reifen da, welch Zufall. Wir geben die Kreditkartennummer durch und der Händler bringt den Reifen noch zum benachbarten Flugplatz. Gegen Mittag soll eine Transportmaschine nach Coldfoot fliegen. Tatsächlich haben wir 15 Uhr dank Berni´s Organisation den neuen Reifen in den Händen. Super, wie das alles klappte. Reifen montiert und noch eine kurze Probefahrt mit Leo (Berni´s Sohn 8 Jahre alt).

29.07.08  Dienstag  406 km auf dem Dalton Highway Deadhorse

Wir bedanken uns bei der Familie und freuen uns über das Glück im Unglück. Wir verabschieden uns bis morgen Abend, auf der Rückfahrt wollen wir hier nochmal vorbeischauen. Jetzt geht´s los der Rest der Strecke. Die ersten 100 km bis zur Brooks-Range sind herlich. Doch dahinter fängt es an mit regnen. Die Bergkette ist eine Wetterkante. Schade die nächsten 300 km müssen wir im strömenden Regen bis Deadhorse zurücklegen. Auf dem Weg treffen wir noch die Gespannfahrer, sie sind bereits auf dem Rückweg. In Deadhorse ist ein einfaches Hotel, doch die Zimmer mit knapp 200 $ viel zu teuer. So entschließen wir uns das reichhaltigew Büfet (all you can eat) zu testen und uns aufzuwärmen. Zwei Stunden später sind wir gut gestärkt und aufgewärmt. Die Sachen sind auch halbwegs trocken. Wir fahren ein Stück außerhalb des Ortes und bauen im Regen unser Zelt auf.

30.07.08 Mittwoch  394 km auf dem Dalton Highway Wiseman

Am Morgen weht ein eisiger Wind ums Zelt. Das Thermometer zeigt 0°C! Schnell das Zelt abgebaut und noch einmal zurück in den Ort zum Hotel etwas aufwärmen und einen Kaffee schlürfen. Wir ziehen alles an was wir haben und fahren jetzt zurück gen Süden. Bis zur Brooks-Range ist es eisig kalt. Eine super Sicht auf die Bergkette entschädigt dafür. Der gestrige Regen kam hier in den Bergen als Schnee herunter. So fahren wir jetzt durch eine Winterlandschaft. Auf der anderen Seite der Berge wird es wieder schön warm, die Sonne scheint und wir können bald einige Sachen ausziehen. In Wiseman bauen wir das Zelt wieder bei Berni und Familie auf. Ich fahre noch einmal mit Leo eine Runde Motorrad. Er freut sich, da er sonst „nur“ mit dem Quad fahren darf.

31.07.08 Donnerstag  464 km auf dem Dalton Highway zurück nach Fairbanks

Morgens packen wir die sieben Sachen und verabschieden uns mit herzlichem Dank für die Gastfreundschaft von Uta, Berni und den Kindern. Es war ein schönes Erlebnis und ohne der Reifenpanne hätten wir sie und den winzigen Ort Wiseman wohl nie kennegelernt. Die restlichen 400 km haben wir Glück mit dem Wetter erst kurz vor Fairbanks kommt noch ein Schauer.

01.08.08 Freitag  17 km Fairbanks

Heute können wir tatsächlich auf der Post hier in Fairbanks ein neues Hilleberg-Zelt abholen. In den letzten Wochen hatten wir viele kleine  und 3 goße Risse im Giebel entdeckt. Mit Silikonnahtdichter und Tape flickten wir diese. Hilleberg schickten wir per Mail einige Fotos, sie akzeptieren die Schäden als Garantiefall, da das Zelt erst 4 ½ Jahre alt ist und die Garantie 5 Jahre beträgt. Postlagernd senden sie das neue Zelt zur Post nach Fairbanks. Wir freuen uns und sind mit dem Service sehr zufrieden und glücklich.

02.08.08 Samstag  17 km Fairbanks

Das neue Zelt wird aufgebaut und das „Alte“ gereinigt.

03.08.08 Sonntag  Fairbanks 0 km

Heute bauen wir unser kaputtes Zelt ab und machen es für den Versand zurück zu Hilleberg-USA fertig.

04.08.08 Montag  Fairbanks 46 km

Wir schicken unser kaputtes Zelt zu Hilleberg in die USA und ein kleines Packet geht nochmal auf die Reise nach Hause.Nun kann es morgen weitergehen