10.Teil Canada – Yukon und wieder unterwegs mit Gaby und Guido

14.08.08 Donnerstag  231 km  bis Faro auf dem Cambell Highway

Heut morgen gehen wir´s gemütlich an, wir wollen nur ein kurzes Stück fahren. Beim zusammenpacken plaudern wir immer mal wieder mit Dieter, Bettina und Philip. Auch sie wollen heut weiter, aber nicht mehr mit dem Kanu sondern mit ihrem Camper. Das heisst für sie großes umräumen und verladen, Lars kann dabei helfen die Kanus mit auf das Dach des Auto zu hiefen. Es ist schon 14 Uhr als wir uns verabschieden. Wir halten nochmal an der Aussicht auf die Five Finger Rappids an, das ist unter den Kanuten eine berühmt berüchtigte Stelle im Yukon River. Mehrere Felsblöcke liegen im Fluß, so daß es 5 Durchfahrten zur Wahl gibt. Man sagt, es soll die ganz rechte Seite genommen werden. Die Stromschnellen sind wohl nicht zu unterschätzen.Auf dem Robert Cambell Highway fahren wir zum kleinen Örtchen Faro, es befindet sich10 km abseits von der Hauptpiste. Es leben hier ca. 400 Leute, der Ort wurde 1969 für Bergmänner gegündet, in der Umgebung gab es Blei, Silber und Zink. Der Betrieb ist jetzt eingestellt. Für uns gibt es einen schönen Campingplatz, aber leider regnet es mal wieder und Lars spannt die Plane über den Tisch.

15.08.08 Freitag  331 km über die South-Canol-Road bis Johnson´s Crossing

Gegenüber des Campingplatzes befindet sich die Touristeninfo, das Gebäude ist fast größer als der gesamte Ort. Hier bezahlen wir auch unsere Zeltnacht und lernen dabei eine deutsche Frau kennen, die hier schon seit 8 Jahren lebt und arbeitet. Zum Großeinkauf müssen sie ein mal im Monat nach Withehorse, dorthin sind es 400 km ! Sie empfiehlt uns sehr, nicht den Robert Cambell Highway weiterzufahren, sondern die South Canol Road. Beides sind unasphaltierte Strassen, auf dem Cambell sind viele Baustellen und LKW´s unterwegs, die Canol ist ursprünglicher , kein Verkehr und die Landschaft schöner. Das heißt zwar für uns 100 km Umweg bis Watson Lake, aber das Wetter sieht gut aus und so fahren wir die Canol Road. Früher war die Strecke nur eine Service Road entlang einer Pipeline ( Canol=Canadian Oil), seit 1958 für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Es gibt auch noch die North Canol Road, insgesamt sind es 825 km, wir haben davon 220 km Piste vor uns und bereuen es nicht. Das ist für uns typische canadische Landschaft durch die wir fahren und in die wir blicken können. Am Ende stoßen wir auf den Alaksa Highway und übernachten in Johnson`s Crossing.

16.08.08 Samstag  322 km  auf dem Alaska Highway nach Watson Lake

Nun müssen wir heut ein Stück doppelt fahren. Diese Straße sind wir vor einigen Wochen in die andere Richtung nach Withehorse gerollt. Wir machen einen Mittagsstop an einem Burgerimbiss, auch eine große Wohnmobiltruppe macht grad hier Stop. Diese Riesen-Busse und die „kleinen“ Autos noch im Schlepp erstaunen uns immer wieder. Die Strecke bis Watson Lake ist nicht so aufregend, immer geradezu, links und rechts Wald. Im Ort angekommen gehen wir auf den gleichen Campingplatz wie vor 1 ½ Monaten wo wir auf dem Weg nach oben waren. Nun hat sich auch hier wieder der Kreis geschlossen, wir sind schon auf dem „Rückweg“.Wir wollen 2 oder 3 Tage bleiben, auf alle Fälle so lang bis auch Gaby und Guido eintreffen. Sie sind auch wieder auf dem Weg nach unten und es ist doch lustig, treffen wir uns auf dem Platz wieder, wo wir uns vor Wochen getrennt hatten.

17.08.08 Sonntag 7 km Watson Lake

An diesem Tag machen wir nicht viel, sind wir doch in letzer Zeit viel gefahren und brauchen Pause. Am Abend werden wir von unseren deutschen Campingnachbarn ins warme Wohnmobil zu Bier und Wein eingeladen, draußen regnet es in Strömen. Lars muß sogar am Zelt einen Graben ziehen, da wir sonst in einem See stehen würden.

18.08.08 Montag 9 km  Watson Lake

Wir haben Post bekommen von Gaby und Guido, sie werden heut hier eintreffen. Na da werden wir mal das Grillfest vorbereiten, wir wollen Lars seinen Geburtstag nachfeiern und natürlich unser Wiedersehen. Pünktlich als die Grillwürste fertig sind treffen die Beiden ein. Unsere Wiedersehensfreude ist groß. Sie haben noch 2 Motorradfahrer dabei, welche sie unterwegs kennengelernt hatten, auch für sie gibt es lecker Bratwurst vom Grill. In geselliger Runde trinken wir ein Bierchen und unterhalten uns alle prima.

19.08.08 Dienstag  7 km  Watson Lake

Zu Viert verbringen wir heut den Tag auf dem Camping in Watson Lake. Die 2 anderen Motorradfahrer sind schon abgereist.Morgen wollen wir gemeinsam weiterfahren, mal schauen bis wohin, da Gaby und Guido ihren Rückflug für den 11.09. gebucht haben, also etwas schneller nach Vancouver wollen als wir.Am Abend grillen wir uns leckere Burger und für jeden noch einen zweiten, den gibt es morgen unterwegs als Pausenverpflegung.

20.08.08 Mittwoch  219 km  Liard Hot Springs

Das heutige Ziel ist nicht allzu weit. Auf dem Weg fahren wir an Büffelherden vorbei, sie weiden direkt an der Strasse.Große Schilder warnen am Strassenrand. Wir haben zwar schon Büffel im Yellostone NP gesehn, aber diese Tiere faszinieren immer wieder. In Liard Hot Springs wollen wir unsere müden Motorradglieder in die heißen Quellen eintauchen. Direkt daneben gibt es einen Campingplatz, schnell die Zelte aufgestellt und rein ins heiße Vergnügen. Das tut gut und macht uns zusammen Spaß. Danach kochen wir aus unseren Vorräten ein leckeres Mahl. Wir plaudern noch kurz am Lagerfeuer, aber das heiße Bad war doch sehr ermüdend für alle, also dann eine gute Nacht.

21.08.08  320 km  Donnerstag  Fort Nelson

Der heutige Fahrtag bringt uns eine schöne Sicht über Seen und Berge, wir beobachten einen Elch beim genüßlichen Fressen, Caribous kreuzen die Strasse und auch eine Bergziege. In der Mittagspause sitzen wir herrlich in der Sonne und essen alle eine Salmonburger. Wir sehen einen Hund als Fahrer eines Quad. Das Wetter meint es heut seit langen mal wieder sehr gut mit uns. Die Sonne scheint. In Fort Nelson stellen wir unsere Zelte auf.

22.08.08  Freitag  447 km  Hudson´s Hope

Nachdem der Morgennebel sich verzogen hat kommt die Sonne zum Vorschein und sie bleibt den ganzen langen Fahrtag. Es lässt sich gut fahren und so schaffen wir es bis Hudson`s Hope. Am Morgen hatten wir schon beschlossen, falls es dort ein angenehmer Platz sein sollte, einen Tag Pause einzulegen. Der Campingplatz ist kurz vorm Ort, an einem Fluß gelegen und die Zelte stehen auf einer grünen Wiese. Hier werden wir also morgen bleiben.Gaby und Guido fahren nochmal einkaufen und bringen dabei eine lecker Flasche Rotwein mit. (dieser steigt Gaby und mir auch gleich in den Kopf…)

23.08.08 Samstag  0 km  Hudson´s Hope

Fahrpause und die Sonne scheint, wir können sogar mal wieder nur im T-Shirt dasitzen. Der Tag wird genutzt um E-mails zu beantworten, Bilder abspeichern, Tagebuch schreiben und einfach nur in die Sonne gucken. Dazu dürfen wir auf der Terasse des Hauses der Campingplatzbesitzer sitzen, da am Zelt kein Strom und Internetverbindung vorhanden. Das ist doch nett. Am Abend ist Guido ein wahrer Zaubergrillmeister, über Holzfeuer hat er einen Etagengrill gebaut, auf dem liegen Hühnerbrüste und in Folie gewickeltes Gemüse und Kartoffeln. Nach so einem leckeren Abendbrot können wir morgen gestärkt weiterfahren.

24.08.08 Sonntag  375 km  Prince George

Leider hat uns kurz nach dem losfahren die liebe Sonne verlassen. Es regnet in Strömen und stürmt auch noch dazu gewaltig. Eine Pause machen wir an einer Tankstelle. Auch in Prince George regnet es, so doof jetzt im Regen das Zelt aufstellen. Die Plane wird wieder über den Tisch gespannt. Von unserer Zeltplatznachbarin bekommen wir einen schönen, heißen Kaffee, sehr nett. Das hellt die Gemüter etwas auf. Wir fahren noch in den Supermarkt das Abendbrot einkaufen. Gaby und Guido wollen morgen gleich weiter, wir wollen noch einen Tag bleiben. Also wird dies unser letzter gemeinsamer Abend, wir kaufen Zutaten für Chili con Carne. Dies gabs auch in Stewart als wir uns gemeinsam das Zimmer nehmen mußten zwecks Regen wie aus Eimern.

25.08.08 Montag  11 km  Prince George

Wir verabschieden uns hier, wo wir uns am 24.06.08 wieder begrüßt hatten. (Das erste Mal getroffen am 11.05.08 in San Fransisco). Ganz sicher werden wir uns zu Hause Wiedersehen.