2004 Südamerika, Chile, Reiseberichte und Fotos

weiter Richtung Santiago de Chile

12.02. Cuevas de los Manos
15.02. Lago general Carrera – Felsen aus Marmor
20.-23.02. NP Los Alerces
24.-27.02. NP Nahuel Huapi – San Carlos de Bariloche…

 

Weiter ging es auf der legendaeren Routa 40. Diese ist eine Nord-Sued-Verbindung im Westen des Landes und fast komplett eine Schotterpiste. Wir besuchten die „Cuevas de los Manos“ (Hoehlen der Haende) und sahen Handabdruecke und Malereien, die ca. 10.000 Jahre alt und noch sehr gut erhalten sind. Auf der Weiterfahrt verabschiedete sich der Seitenwagenreifen durch einen grossen Stein auf der Piste. Lars wechselte das Rad mit dem Reserverad aus. Im naechsten Ort liessen wir das Loch in einer Gomeria (Reifenwerkstatt), die es hier zugenuege gibt, preiswert flicken. Wir ueberquerten wieder die Grenze zu Chile und fuhren nun auf der Carretera Austral, ebenfalls eine Nord-Sued-Verbindung und Schotterpiste. Wir fuhren immer noch an einem riesigen See entlang.Da die Grenze durch ihn fuehrt hat er 2 Namen. In Argentinien Lago Buenos Aires und in Chile Lago General Carrera. Wir hielten an einer Stelle, von wo aus wir eine Bootstour machten. Es ging zu grossen Felsbrocken im Wasser, welche aus Marmor sind. Sie sind zum Teil unterhoelt, so dass wir mit eingezogenen Koepfen darunter durchfuhren. Die Landschaft aenderte sich zusehends. Die Berge wurden wieder hoeher und der Wald dichter. Wir kamen durch ein „kaltes Regenwaldgebiet“, die Piste war gesaeumt von riesigen Baeumen, Farnen und rhababerblattaehnliche „Monsterpflanzen“ (ca. 2,50 m hoch und 2,0 m Blattdurchmesser). Das naechste Ziel sollte der NP Los Alerces in Argentinien sein.
Dort angekommen suchten wir uns eine schoene Campstelle, wo wir die naechsten Tage verbrachten. Wir machten einen „Haushaltstag“ es musste mal wieder Waesche gewaschen werden (im Fluss) und kleine Reparaturen an der Ausruestung. Mit einem Boot fuhren wir durch die Seenlandschaft des Nationalparkes und machten Stopp fuer einen Rundgang durch den Wald der „Alerces-Baeume“. Diese sind bis zu 2.600 Jahre alt, bis ca. 57 m hoch und haben einen Durchmesser bis zu 2,20 m. Uns
wurden Jungpflanzen der Baeume gezeigt, welche erst 10 cm hoch aber bereits 2 Jahre alt sind. Der Weg schlaengelte sich durch den Urwald, er war zum Teil mit meterhohen Bambus und orchideenartigen Blueten gesaeumt. Abends sassen wir wieder am Lagerfeuer und beschlossen am naechsten Morgen weiterzufahren Richtung Bariloche. Der NP dort heisst Nahuel Huapi. Bariloche ist ein beliebter Urlaubsort Argentiniens und sehr touristisch erschlossen. Es sind gerade Sommerferien (Januar u. Februar), dennoch finden wir einen ruhigen kleinen alternativen Campingplatz am See Lago Moreno. Der Besitzer heisst Andres und sieht aus wie Mick Jagger in jungen Jahren, spielt Gitarre (am Wochende auch in Pubs) und stellte sich uns als grosser ACDC-Fan vor. Abends sassen wir gemeinsam mit ihm und einem Freund in seinem kleinen rustikalen Holzhaeuschen und hoerten eine von uns mitgebrachte CD (Monokel-Kraftblues) und Live-Aufnahmen seiner Musik, dazu spielte er Gitarre. Tagsueber machten wir eine kleine Rundfahrt durch den NP und wanderten auf den Berg „Campamento“ (200 Hoehenmeter, fuer groessere Wanderungen war es immer noch zu heiss) und fuhren mit dem Sessellift wieder herunter. Gleich neben dem Zeltplatz befindet sich eine Forellenzucht, wo wir uns fuers Abendessen 3 Lachsforellen holten, welche Lars auf dem Grill ueber dem Lagerfeuer zubereitete.

27.02.-04.03.04 NP Lanin

05.03.-08.03.04 NP Conguillio

09.03.-11.03.04 Copahue/Motorrad-Rahmenbruch

14.03.-15.03.04 Termas de Cajon Grande/Pass Pehuenche

18.03.-20.03.04 Valle Maipu-Baño Morales

Dagmar: 7.00 Uhr klingelt der Wecker, Startzeichen fuer unsere Besteigung des Vulkan Lanin (3776 m ) bis zur ersten Basisstation in 2315 m Hoehe. In der Nacht muessen 0 Grad gewesen sein, denn das Aussenzelt ist gefroren. Ich als Langschlaeferin komme bei der morgendlichen Kaelte nicht so gut aus meinen warmen Schlafsack, aber Lars lockt mich mit heissen Tee aus dem Zelt. Ich packe unseren Proviant in den Rucksack, den Lars traegt, ich gehe heute ohne Gepaeck. Beim Parkwaechter muessen wir uns fuer die Wanderung eintragen und einen Ausweiss hinterlegen. Er fragt noch ob wir genuegend Wasser dabei haben, da das Gletscherwasser sehr unrein ist. Fuer den Aufstieg sind 6 Stunden vorgegeben. Es geht zuerst durch ein kleines Waeldchen, ueber ein Lavasandfeld und dann im zick-zack bergan. Trotz das der Weg sehr steil ist, laesst es sich gut laufen (und ohne Gepaeck noch viel besser). Je hoeher wir kommen, um so oefterer bleiben wir stehen, die Aussicht zu geniessen, zu fotografieren und natuerlich auch zum verschnaufen. In ca. 2000m Hoehe kommen wir in den Schnee hinein und nach 4 Stunden erreichen wir die Huette, ich bin ziemlich geschafft, aber jetzt machen wir erstmal Rast und essen unsere Leckereien. Den Abstieg schaffen wir in 2 1/2 h, wir melden uns zurueck und kochen uns ein schmackhaftes Abendbrot. Am naechsten Morgen schlafen wir so lange bis die Sonne auf das Zelt scheint und wir vor lauter Waerme aufstehen muessen. Wir passieren wieder die Grenze zu Chile und fahren in den NP Conguillio mit dem Vulkan Llaima 3125 m. Die deutschen Einwanderer, die sich im 19. Jahrhundert hauptsaechlich im Sueden Chiles niedergelassen haben, bereicherten mit einigen Woertern das Castellano, beispielsweise : el berlin – Berliner Krapfen la pilsener – Flaschenbier el schop – gezapftes Bier el kuchen – Kuchen Und so steht am Strassenrand ein kleiner Junge, haelt ein Schild hoch auf dem steht „Kuchen“. Wir halten an, er sieht lecker aus, mit Himbeeren und Vanilleueberguss. Der ganze Kuchen kostet 2000 Pesos (2,50 Euro) und so verschwindet er in einer unserer Kisten.
Lars:
Bei einer routinemaessigen Kontrolle am Gespann sehe ich ein grosses Desaster. Die Knotenbleche am Lenkkopf sind gerissen! Die hunderten Schotter- und Wellblechkilometer zeigen nun die ersten Wirkungen am Gespann. Ist das Material zu schwach oder die Pisten zu hart? ( Gesamtstrecke bisher ca.11.000 km, davon ungefaehr 4.000 km Piste! ) Jezt heisst es einen guten Schweisser zu finden. Der Hausmeister des Zeltplatzes hat einen kleinen Schweisstrafo (Marke: Baumarkt), doch die Schweissung gelingt mehr schlecht als recht. Bis zur naechsten Ortschaft sind es gut 150 km Piste. Nach ca. 30 km ist die Stelle wieder gerissen. So fahren wir die restliche Strecke mit nur ca. 30-40 km/h bis nach Chos Malal. An der Polizeikontrolle am Ortseingang erkundigen wir uns nach einem „Soldador“ (Schweisser), fahren gleich noch zu der empfohlenen Adresse und vereinbaren fuer den naechsten Morgen eine „Schweissung“. Die Werkstatt macht einen etwas wilden Eindruck, doch verschiedene recht neu aussehende Schweisstrafos erwecken mein Vertrauen. Ich baue die komplette Vorderradgabel aus, um die gerissen Stelle gut erreichen zu koennen. Die missratene Schweissung wird weggeflext und anschliessend ordentlich durchgeschweisst. Das sieht schon anders aus. Nach ca. 3 h ist alles wieder komplett, wir bezahlen (nur ca. 10 Euro!), bedanken und verabschieden uns vom „Soldador“. Doch die Freude sollte nicht allzu lang waehren. Die weitere Strecke verlief zunaechst ueber 150 km Asphalt und dann wieder Piste. Bereits nach ca. 40 km Schotter ist alles gerissen. Ich bin bedient. Es liegen noch gut 100 km Piste vor uns. Es ist eine unglaubliche Hitze und die Strecke, welche eigentlich durch schoene Landschaft fuehrt koennen wir kaum geniessen. Gegen 20 Uhr in der Daemmerung erreichen wir Malergue. Wir fragen an einer Tankstelle nach einem Soldador, fahren dorthin und vereinbaren wieder fuer den naechsten Morgen, obwohl es Sonntag ist fuer 9 Uhr einen Termin. Puenktlich stehe ich am Morgen vor Antonios Werkstatt (Schweisserei). Gleich um Hof baue ich die Gabel aus und Antonio fertigt zwischenzeitlich aus Pappe eine Schablone fuer ein paar Zusatzbleche. Auf einer „Kruecke“ von Blechschere schneiden wir gemeinsam die Bleche zurecht. Nachdem er alles sehr solide aussehend verschweisst hat, kommt noch etwas Farbe drauf und ich baue mit seiner Hilfe den Rest zusammen. Alles hat nur
noch 2 h gedauert (so kommt man in Uebung).Antonio war fuer seine Sonntagsschweis-sung absolut nicht zu bewegen Geld zu nehmen. Ich will es ihm zustecken, aber nichts zu machen. Er gibt mir noch seine Telefonnummer, fuer den Fall der Faelle, aber ich hoffe natuerlich sehr, sie nicht zu benoetigen. Nach herzlicher Verabschiedung und wieder einmal beeindruckt von der argentinischen Hilfsbereitschaft fahre ich zurueck zum Zeltplatz, wo Dagmar bereits alles gepackt hat. Der naechste Pass ueber die Anden sind 250 uebelste Pistenkilometer, doch alles haelt. Voila.
Dagmar: 220 km Schotterpiste. Wir fahren ueber den Pass Pehuenche del Maule, welcher 2553 m hoch ist, von Argentinien nach Chile. Gegen 18.00 Uhr kommen wir an einen Abzweig mit dem Wegweisser Termas de Cajon Grande, da es schon hoechste Zeit ist fuer die Schlafplatzsuche, entschliessen wir uns dorthin zu fahren. Es war die richtige Entscheidung, nach 12 km durch das Seitental kommen wir an einem herrlichen Stueck Erde raus. Gruene Wiese, Gebirgsbach, eine kleine Refugio und mehrere heisse Becken. Wir stellen schnell unser Zelt auf, um noch mit den letzten Sonnenstrahlen ein heisses Bad zu nehmen. Als die Sonne dann untergeht ist es in 2000 m Hoehe schlagartig kuehl. Frueh sind wir die ersten im Termalbecken (35-40 Grad), in der Nacht waren ca.-5 Grad, dann gibt es Fruehstueck mit frisch gebackenen Brot der Refugio. Wir fahren noch die restlichen 150 km des Passes. An der Grenzstation zu Chile dauert es diesmal wieder etwas laenger. Immer wenn wir in Argentinien oder Chile einreisen bekommen wir eine temporaere Zulassung fuer das Gespann und muessen sie bei Ausreise wieder abgeben. Also jedesmal wieder neu auszufuellen fuer den Grenzbeamten und das ist nicht so einfach, da die Marke nicht BMW ist, wie es zwar das Zeichen auf dem Tank vermuten laesst, sondern Ullrich/Gedern heisst (der Erbauer des Gespannrahmens). Bis das die Beamten verstehen vergeht so einige Zeit…

 

 

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