11.Teil Canada – Unterwegs in British Columbia

26.08.08 Dienstag  230 km  Barkerville

Nun fahren wir wieder allein weiter, bis nach Barkerville wollen wir heute, ein authentisch restaurierter Ort aus der Goldrauschzeit. Wir müssen von der Hauptstrasse in eine Stichstrasse abbiegen, es sind ca. 80 km bis zur Stadt, bzw. kurz davor befindet sich ein Forest Campingplatz. Leider müssen wir wieder schauen wie wir unsere Plane über den Tisch spannen können, es sieht wieder mal nach Regen aus.

27.08.08 Mittwoch  18 km Barkerville

Das Wetter ist immer noch nicht besser, aber wir entscheiden uns denoch zu unserem Rundgang durch die Stadt. Gegen Mittag stehen wir am Eingang un

d zahlen 13 Dollar pro Person. Rund 130 Gebäude, davon 40 aus dem 19. Jahrhundert stehen hier. Die Hälfte der Bevölkerung war aus Ostasien, deshalb gibt es auch ein Chinesenviertel. Wir laufen durch die Gassen und sind total begeistert. In die Häuser können wir reingehen, innen ist alles ausgestattet und dekoriert mit Dingen aus der guten alten Zeit. Dazu laufen Statisten durch den Ort in den Kleidern von damals und spielen kleine Szenen vor. Das Wetter bleibt wechselhaft mit Sonne und Regen.

28.08.08 Donnerstag  225 km  Williams Lake

Weiter geht’s, bis Williams Lake, hier wollen – müssen wir uns entscheiden, wie wir weiter fahren wollen. Eine Möglichkeit, weiter den Highway Richtung Vancouver, oder abbiegen Richtung Westküste nach Bella Coola und von dort mit der Fähre weiter nach Vancouver Island. Die Entscheidung liegt am Wetter und ob wir wirklich das Geld von 430 Dollar für die Fähre ausgeben wollen.Wir gehen auf den Campingplatz mitten in der Sta

dt, wollen ja nur eine Nacht bleiben. In der Bücherei chatten wir im Internet auf den Wetterseiten. Hmm, es sagt mal wieder alles und nichts, wie immer wechselhaft. Wir verschieben unsere Entscheidung auf morgen früh.

29.08.08 Freitag  187 km  Bull Canyon Provincial Park

Vormittags sitzen wir wieder in der Bücherei und draußen geht gerade eine kräftiger Gewitterguß vorüber. Als wir vor die Tür treten scheint die Sonne. Wir beschließen spontan Richtung Bella Coola, den Chilcotin Highway zu fahren. Der Anfang der Stecke sieht schon mal sehr schön aus. Wir biegen eine Piste zum Farwell Canyon ab. Den Tip hatten wir von den schweizer VW-Bus Fahrern in Watson Lake bekommen. Der Abstecher lohnt sich, die Landschaft gleicht den Canyons im Westen der USA. Ausgewaschene Sandsteinformationen bis tief hinab zum Fluß. An einer Brücke fischen Indianer mit großen Netzen in der reisenden Strömung nach Lachsen. Wir fahren wieder bis auf die Hauptstrecke, wiedermal erwischt uns ein Regenguß, aber dafür gibt es nachher einen wunderschönen Doppelregenbogen. Wir campieren einige Kilometer hinter Alexis Creek im Bull Canyon PP schön direkt am Fluß gelegen. Gleich neben uns steht der Bayer, den wir schon in Barkerville kennengelernt hatten. Ein kurzer Plausch, das Zelt aufgebaut, etwas gekocht und ab ins Zelt. Vorher bewundern wir den grandiosen

Sternenhimmel über uns. Die Sterne wirken zum Greifen nah.

30.08.08 Samstag  315 km  Clear Water Lake Recreations Site

Am Morgen –2°C. Das Kondeswasser auf dem Tisch und auf den Bänken ist gefroren. Aber die Sonne kommt gleich raus und wärmt gut. Wir fahren zurück bis Alexis Creek und weiter bis Hanceville. Ein Blick auf die Karte zeigte uns noch einen schönen Abstecher zum Nemaiah Vallye am Chilko Lake. Die ersten 100 km der Strecke sind normale Piste und lassen sich gut fahren. Nach Nemaiah Vallye verliert sich aber irgendwie die Strecke und wir irren im Wald herum, verschiedene Abzweigungen führen zu abgelegenen Grundstücken. Wir fahren zurück bis in den kleinen Ort des Valley`s und fragen nach. Eine Frau sagt uns, daß es tatsächlich die Strecke gibt und beschreibt uns den Weg. Jetzt finden wir ihn und nach einigen Kilometern steht ein Hinweisschild „45 km Raue Strecke und nur Allrad“. O.k. Allrad haben wir keinen aber dafür ein gutes Motorrad. Die Strecke wird wirklich rau und schlängelt sich bergauf und-ab durch den Wald. Zum Teil gleicht die Piste einem Enduropfad. Das GPS zeigt ungfähr die richtige Richtung. Gut 1 ½ Stunde brauchen wir für das Stück, es macht Spaß und das Motorrad macht alles mit. Anschließend wird die Piste wieder sehr gut und läßt sich zügig fahren. Gegen 19 Uhr finden wir zurück auf der Hauptstrecke eine Lodge a

m See mit Camping. Der Besitzer ist Deutscher und verlangt für zelten tatsächlich 25 Dollar die Nacht. Nein danke sagen wir und fahren weiter. Gleich um die „Ecke“ finden wir einen schönen Picknikplatz auch am See mit Feuerstelle. Kurz vor dem Dunkelwerden rollt noch ein Pickup mit Campaufbau heran. Es ist Waldemar aus Göppingen. Er lebt und arbeitet schon seit über 20 Jahren hier in Canada und erzählt uns am Lagerfeuer von seinem Leben und wir ihm von unseren Touren.

31.08.08 Sonntag  188 km  Hagensborg Gnome´s Home Campingplatz

Am Morgen ist es kühl. Das Thermometer zeigt –3°C! Das Außenzelt ist leicht gefroren. Waldemar ist schon auf und lädt uns spontan zum Frühstück in seinen Camper ein. Es gibt leckeren gebratenen Speck und Eier, Brot mit Butter. Wir plaudern lang. Gegen Mittag haben wir es alle geschafft die sieben Sachen zu packen. Wir verabschieden uns herzlich und wollen los. Doch der Pickup will nicht so richtig anspringen. Der Anlasser dreht, aber der Motor tut keinen Muckser. Es ist ein betagter Ford (bereits 500.000 km stehen auf dem Tacho) mit sage und schreibe 9 Liter Hubraum V 8 Dieselmotor. Guter Rat is

t teuer.Was nun. Waldemar befürchtet die Batterie zu sehr zu schwächen. Wir checken so verschiedene Teile und finden irgendwann heraus, daß die Glühkerzen nicht funktionieren. Also überbrücken wir das Relais und die Fuhre startet. Glück gehabt. Waldemar lädt uns zum Dank im nächsten Ort zum Kaffee ein. Wir fahren gemeinsam  40 km bis Anahim Lake und kehren in ein kleines Restaurant ein. Einem leckeren Burger und einer Tasse Kaffee können wir nicht wiederstehen. Nach einer guten Stunde Schmaus und Plauderei verabschieden wir uns jetzt tatsächlich und wünschen uns alles Gute. Vielleicht treffen wir uns ja irgendwo noch einmal. Die weitere Strecke ist traumhaft, der Aspahlt endet und eine schöne Schotterstrecke über den Heckman Pass (1.524 m hoch) beginnt. Das Wetter spielt mit und wir haben eine gute Sicht in die Berge. Nach ca. 100 km erreichen wir Hagensborg (15 km vor Bella Coola), welches einst von Norwegern 1894 hier gegründet wurde. Am Baustil der Häuser sieht man dies gut. In Gnom´s Campground finden wir einen schönen Platz, wo wir die nächsten 4 Tage bleiben wollen.

01.09.08 Montag  2 km  Hagensborg Gnome´s Home Campingplatz

Auf dem Zeltplatz gibt es einen kleinen Aufenthaltsraum mit Ofen.

Diesen heizen wir ein und nutzen den Tag mal wieder einige e-mail Post zu erledigen, Fotos zu sortieren und zu relaxen.

02.09.08 Dienstag  38 km Hagensborg Gnome´s Home Campingplatz

Wir buchen in Bella Coola die Fähre für den Freitag nach Port Hardy. Leider mit 430 Dollar sehr teuer. Aber so können wir die Tour gut über Vancouver-Island fahren. Im Büro lernen wir Markus und Kirsten kennen. Ihnen gehört das kleine Reisebüro seit über einem Jahr. Von Deutschland nach Canada kamen sie vor 12 Jahren. Markus arbeitete bei einer deutschen Spedition und kann uns noch eine Adresse zur Anfrage unseres Motorradtransportes geben.Am Nachmittag feuern wir wieder den Ofen im Aufenthaltsraum und habens gemütlich bis in den Abend.

03.09.08 Mittwoch  118 km  Hagensborg Gnome´s Home Campingplatz

Heut morgen fahren wir nochmal wegen unseres Motorradtransportes, zu Kirsten und Markus ins Reisebüro. Es ist wirklich sehr nett von Markus, daß er un

s Kontakte knüpft. Er empfiehlt uns noch für den Tag einen Ausflug in die Küstenberge, von wo wir eine schöne Aussicht haben. Beim Verabschieden laden sie uns für den nächsten Abend zu sich ein.Wir machen noch den Pistenabstecher von Bella Coola hinauf in die Berge bis auf 1.200 m. Wir gehen bis zur Aussicht, aber weiter laufen möchten wir nicht, wir wollen keinen Bären begegnen. Am Abend wieder gemütliches Sitzen am warmen Ofen.

04.09.08 Donnerstag 119 km  Hagensborg Gnome´s Home Campingplatz

Herrliche Pistentour zum Odogard-Wasserfall, wieder bis auf 1.100 m Höhe. Traumhafter Blick auf die Berge mit gewaltigen Gletchern.Abends gehen wir zu Kirsten und Markus, bewundern ihr herrliches Loghome (Blockhaus) und trinken ein Weizenbier (das erste seit 5 Monaten) bei sehr netter Unterhaltung. Auf dem Rückweg vergesse ich meine Windstopperjacke bei den Beiden und merke dies aber erst im Zelt. Jetzt ist es zu spät zurück zufahren. Wir hoffen, daß sie vielleicht die Jacke noch sehen und am Morgen zur Fähre mitbringen. Da sie die Buchungen der Fähre organisieren, erledigen sie früh auch das Einchecken der Fahrzeuge.

05.09.08 Freitag   73 km  Fähre von Bella Coola n

ach Vancouver Island

Bereits 5.30 Uhr stehen wir auf. Zusammen mit Roman, Louise und Ted, auch sie wollen zur Fähre, hatten uns am Vortag schon ausgemacht, uns gegenseitig zu wecken, damit keiner verschläft. Ist man ja gar nicht mehr gewöhnt zu zeitig. Es regnet und das schon die ganze Nacht in Strömen, wir packen im dunkeln, mit Stirnlampen, das triefende Zelt zusammen. An der Fähre angekommen, leider keine Jacke, die Beiden hatten die Jacke auch nicht mehr gesehen. Um 8 legt das Schiff ab, um 7 fahren alle Fahrzeuge drauf, es ist 10 vor halb 7. Also schnell die 25 km zurückgedüst und die Jacke geholt, es wird langsam hell,aber noch Regen, die Eltern von Markus und die zwei Jungs sind zum Glück schon munter, 10 nach 7 sind wir schon wieder da und rauf aufs Schiff. Wir verabschieden uns von Kirsten und Markus.Wir suchen uns ein schönes Plätzchen an Bord und sitzen gemeinsam mit den anderen 3 vom Campingplatz in der Cafeteria. Dazu gesellen sich noch Mike (war auch schon auf dem Gnoms Camping), Bianca und Frank. Es ist eine englisch-deutsch sprachige nette Runde. Insgesamt legen wir in 3 Häfen als Zwischenstop an. Im ersten Hafenort Ocean Falls halten wir (14 Uhr) ganze 3 Stunden, wir dürfen auch an Land. Nach unserem Landgang fragen wir uns alle warum wir 3 Stunden hier waren. Der Ort ist eine Geisterstadt, von 5000 Einwohnern sind noch 39 da. Hier war bis 1981 eine Holzfabrik, wie uns scheint wurde am Tag der Schließung alles fallen und liegen gelassen. Die großen le

eren Wohnblöcke zerfallen und alte Maschinen stehen vergammelnd, rostend in der Gegend rum. Es gibt noch ein Wasserkraftwerk, dort arbeiten wohl 6 Leute. Der Strom der dort erzeugt wird ist auch für den Nachbarhafen Bella Bella. Vor diesem fahren wir erstmal nach Shearwater, dort sind wir 20.30 Uhr, hier gibt es eine nette Hafenkneipe, aber wir haben nur eine halbe Stunde Zeit, das heißt Füße in die Hand zum schnellen Bierchen. Roman (24 Jahre, mit einem Mietauto 7 Monate in USA und Kanada unterwegs), Louise und Ted (Ehepaar aus Edmonton machen Urlaub mit ihrem Kanu) und wir beide haben unseren Spaß, hier sieht es wirklich nett aus, aber wir müssen zurück auf`s Schiff. Es ist nun schon dunkel, aber eigentlich ist das egal, da es sowieso schon die ganze Fahrt über nebelig war, die Sicht sehr schlecht. Das ist schade. Wir halten in Bella Bella (ca.22 Uhr) auch nur eine Stunde, hier dürfen wir nicht raus, da der Ort einen Kilometer entfernt ist und die Bären unterwegs sind. Wir beobachten eine Weile auf und abladen von der Fähre, Diese ist ja nicht nur für Personen und Fahrzeuge gedacht, sondern ist auch Post-und Versorgungsschiff für die Orte.Später am Abend sitzen wir wieder in lustiger Rund

e, als dann die Müdigkeit aufkommt, sucht sich jeder einen Schlafplatz. Wir legen uns im Ruheraum in die Schlafsessel und decken uns mit unseren Schlafsäcken zu.

06.09.08 Samstag  80 km  Ankunft in Port Hardy und weiter bis Telegraph Cove

Gegen halb 8 stehen wir auf, wir haben doch ganz gut geschlafen in den Sesseln. Wir treffen uns alle in der Cafeteria wieder, um 9 legen wir in Port Hardy an. Der Nebel hat sich immer noch nicht verzogen. Wir verabschieden uns erstmal alle voneinander, aber vielleicht sehen wir uns heut auch nochmal wieder, denn alle wollen bis Telegraph Cove fahren. Das ist ein kleiner Küstenort, von wo man gute WhaleWatching Touren machen kann. Es ist nicht weit bis dahin, auf dem Weg sehen wir (nach 2 Monaten) mal wieder einen Bären. Auf Vancouver Island soll es 13.000 Schwarzbären geben. Tatsächlich treffen wir im Ort wieder auf Louisa und Ted, sie wollen eine Runde mit dem Kanu fahren und Wale beobachten, aber dann noch weiter fahr

en. Auf dem Campingplatz stößt später wieder Roman zu uns und stellt sein Zelt mit auf und auch Mike ist wieder mit da. So haben wir nochmals einen netten Lagerfeuerabend.