Chile … 4. Vom Tiefland Brasiliens und Boliviens ins Hochland Boliviens und Chiles

Chile Im Hochland

 

In Chile durchfahren wir die Nationalparks Lauca, Vicunas, Salar de Surire und Isluga. Wir übernachten am Salzsee und im Thermalgebiet, in dieser Höhe haben wir Nachts bis -5°C. Was mir besonders Freude bereitet ist die Bekanntschaft mit der wilden Verwandtschaft unserer Chinchillas, sie heißen hier Vizcachas und sind doppelt so groß wie Nacho und Pitu zu Hause. Am Salzsee sind sie sogar so zutraulich, daß sie von uns Cracker aus der Hand fressen. Sie wohnen in kleinen Felshöhlen direkt hinter unserem Zelt, so können wir die putzigen Wesen die ganze Zeit beobachten. Auf dem weiteren Weg durch die NP´s haben wir auch eine Flußdurchquerung, wir wissen schon von anderen Reisenden und den NP-Wächtern, das die Furt ziemlich tief und schlammig ist. Wir laden unser Gepäck ab und schaffen es zu Fuß auf die andere Seite, an Stellen wo wir große Schritte machen können. Lars durchwatet die Furt und schaut genau wo er am besten lang fahren könnte. Er gibt Gas und los geht´s, ich stehe auf der anderen Seite mit dem Fotoapparat. Doch die Durchfahrt gelingt nicht, kurz bevor er auf der anderen Seite ist, bleibt er im Schlamm stecken, Mist! Ich lege den Foto zur Seite und in diesem Moment steht wie aus dem Nichts ein Deutscher Tourist neben uns. Er hilft uns mit vereinten Kräften, das Gespann herauszuzerren. Ich glaub allein hätten wir es nicht geschafft. Er erzählt uns, seine Frau und er haben ein Auto mit Guide gemietet, das Auto steckt ein paar Kilometer entfernt ebenfalls im Fluß fest. Der Guide und seine Frau sind schon seit mehreren Stunden unterwegs, um Hilfe zu holen. Kaum haben wir uns bei ihm bedankt, ist er auch schon wieder weg. Er sieht in der Ferne ein Auto kommen und hofft, daß es die Rettung ist. Wir fahren weiter bis zum Geysir Puchuldiza. Dieser liegt auch im NP-Isluga, ziemlich versteckt und schlecht ausgeschildert. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Thermalgebiet und  schlagen das Zelt in der einsamen ruhigen Bergwelt auf. Im Morgengrauen bei –5°C sieht der aufsteigende Dampf noch gewaltiger aus. Der Geysir schießt mit unwahrscheinlichen Druck permanent eine ca. 10 m hohe Wassersäule aus der Erde. Es ist einmalig anzusehen, welche Naturgewalten hier herrschen. Von da aus, also von 4300m Höhe fahren wir dann an einem Tag runter bis auf Meereshöhe nach Iquique. Wir wollen ein Packet nach Hause schicken. In Iquique erfahren wir, daß die Hilfe der deutschen Touristen mit ihrem Auto und Guide geglückt ist, denn wir treffen sie in der Stadt mitten auf der Strasse wieder. Auch ein drittes Mal treffen wir sie noch, aber wo, das dann im nächsten Bericht.