Alaska (Teil 2) … soweit das Auge reicht …

Ab heute, dem 24.7., werden wir 19 Tage und 2.763 km gemeinsam mit Bettina und Günter (www.man-mobil.com) verbringen. Auf der Kenai-Halbinsel starten wir unseren Weg in den nördlichsten Teil Alaskas, erster Stopp ist Anchorage, wo wir Ulla und Karl kennenlernen, Reisefreunde von Bettina und Günter. Wir übernachten zwar mitten in der Stadt auf dem Parkplatz von Cabela‘s, ein großer Freizeit-und Campingausrüstungsladen, verbringen aber trotzdem zu sechst in der gemütlichen MAN-Allrad Kabine einen kurzweiligen Abend. Ulla und Karl müssen hier in Anchorage noch auf Ersatzteile (Reifen und Schläuche) warten und wollen danach auf die Kenai-Halbinsel, wir sehen sie aber nochmal wieder. Wir anderen Vier haben als erstes gemeinsames Ziel den noch 480 km entfernten Denali National Park. Drei Tage Fahrt, mit zwei tollen Übernachtungsplätzen und wir haben es geschafft. Auf der Strecke gibt es zwei Aussichtspunkte von denen wir auf das Bergmassiv der Alaska Range schauen können, statistisch reißen die Wolken um den höchsten Berg Nordamerikas im Hochsommer nur jeden dritten Tag auf. Der ist wohl heute nicht, es ist zwar schön sonnig, aber leider hängen die Wolken oben zwischen den Bergen fest und wir sehen nichts vom 6.194 m hohen Denali und seinem immer schneebedeckten Gipfel. Hoffentlich haben Bettina, Günter und Lars mehr Glück bei ihrer Busfahrt hinein in den Park. Nur die ersten 24 km dürfen von Privatfahrzeugen befahren werden, die restlichen 120 km fährt der Shuttlebus, welchen man rechtzeitig vorbuchen sollte, was Bettina von unterwegs gemacht hat. Wir Quartieren uns außerhalb auf einem Campingplatz ein, da der National Park Campingplatz voll ist. Warum ist das Wetter zunehmend schlechter geworden? Es regnet. Lars sein Rucksack ist gepackt mit Proviant für den nächsten Tag, die Fotoausrüstung parat und dann fällt der Ausflug buchstäblich ins Wasser, die Drei sitzen 12 Stunden im Bus und sehen so gut wie nichts von Flora und Fauna und Foppolo, Anthony und ich sitzen wartend auf die Drei, 12 Stunden im Toyota und sehen auch nichts. Es regnet in Strömen und nicht der kleinste Ansatz eines Wolken aufreißen ist in Sicht. Was für ein Pech. Foppolo und Anthony verstehen natürlich gar nichts von der menschlichen Frustration, sie sind einfach nur glücklich als am Abend die Herde wieder vereint ist, ob Regen oder Sonnenschein, dass ist ihnen doch egal.

 

Der Regen und die düsteren Wolken bleiben uns auch auf der Weiterfahrt erhalten, doch ein Highlight hat dieser Tag, wir stoppen in Healy an der 49th State Brauerei. Ja, Lars kauft natürlich Bier ein, aber hauptsächlich wollen wir uns den Filmbus von „Into the Wild“ anschauen, der hier im Hof steht. Zwei Abende vorher gab es bei Bettina und Günter einen gemütlichen Fernsehabend, mit eben diesem spannenden Film. Eine wahre Geschichte über das kurze intensive und nachdenkliche Leben von Chris McCandless, er gab sich selbst den Namen Alex Supertramp. Der „echte“ Bus in welchem Chris verhungert, verdurstet, von Beeren vergiftet tot gefunden wurde, steht weit, weit, fast unerreichbar in der Wildnis Alaskas. Am Eingang zur Stampede Road halten wir nochmal, hier ließ sich Chris absetzen zu seinem Weg in die Einsamkeit und wurde hier das letzte Mal lebend gesehen. Es ist schon einige Zeit her, dass wir das Buch von Jon Krakauer gelesen haben. Beides, Film und Buch, sind sehr zu empfehlen.

 

Noch in Gedanken an Chris seine Geschichte fahren wir weiter in Richtung Dalton Highway unseres, im Vergleich kleinen Abenteuers, denn in Fairbanks füllen wir sämtliche Tanks, ob Diesel oder Wasser und alle Vorratsschränke randvoll auf. An Hunger oder Durst werden wir nicht leiden und sterben. Auf der nördlichsten Straße des Kontinents mit dem höchsten Straßenpass Alaskas  (Atigun Pass 1.444 m) möchten wir die Wälder, die Berge, die Tundra einfach nur genießen und in uns einsaugen. Am 1.8. geht’s los Richtung Deadhorse und Prudhoe Bay ans Nordpolarmeer. Es ist eine 1995 für den öffentlichen Verkehr zugelassene, über 670 km lange Service Road auf der wir fahren, immer entlang der Trans-Alaska-Pipeline. (Über Valdez, dem Endpunkt der 1.287 km langen Pipeline könnt ihr im Alaska Bericht Teil 1 lesen.) Die Straße wird gut in Schuss gehalten und zum Glück ist schon über die Hälfte asphaltiert. Auf den Schotterstücken fahren wir an die Seite und halten an, wenn Lkws, Pickups, oder Camper uns entgegen kommen, oder überholen wollen. (Ich halte jedes Mal die Luft an und kneife die Augen zusammen, wenn ein Lkw kommt.) Leider nützt unsere ganze Vorsicht nichts, wir bekommen in diesen Tagen ein paar Steinschläge auf die Frontscheibe und zum Schluss haben wir von links und rechts zwei Risse die sich langsam aber sicher mal begegnen werden. Die Scheibe muss bis nach Hause halten.

Wir überqueren den Yukon River und machen eine kleine Pause an der Aussicht, die ältere Dame von der kleinen Visitorinfo hat ihre Freude an Foppolo und Anthony, sie dürfen sogar mit ins Häuschen. Wir bekommen ein paar Broschüren und Infos über die Strecke und nur 6 km weiter befindet sich der freie 60 Mile Campground. Da wir hier allein sind, können die Hunde über den Platz rumtoben und die größte Freude an unserer gemeinsamen Zeit mit Bettina und Günter für sie daran ist, dass meist einer von den Beiden mit von der Partie ist. Endlich mal bissl Abwechslung, nicht immer nur die Gleichen zum rumblödeln, spielen und ärgern. Anthony wird von Bettina umgetauft in Ententoni, da er mit Vorliebe mit seiner grünen Ente spielt, die es zum Geburtstag gab. Einige Teile von der Ente, durchwanderten auch schon den Ententoni, so dass offene Stellen vom Plüschtierfachchirug Lars zugenäht werden mussten.

 

Am zweiten Tag auf dem Dalton fahren wir knapp 200 km. Das Wetter weiß nicht so recht ob Regen oder Sonnenschein, unsere Pause am Finger Mountain verbringen wir ohne Regen, so dass wir sogar eine Menge herrlichste Heidelbeeren pflücken können. Von Bären zum Glück weit und breit keine Spur. Im Arctic Interagency Visitorcenter sehen wir später einen tollen Film über die Landschaft und die Menschen die in dieser leben. Auch eine Szene ist dabei wo Menschen und Bären im gleichen Gebiet beim Beeren pflücken und fressen sind …

Wir überqueren ein zweites Mal auf dieser Reise den Arctic Circle. Hier an diesem ist ein kleiner Stand aufgebaut und bei einem älteren Herren können wir uns einen Stempel und Urkunde für die Überquerung des 66°33` abholen. Neben Stempeln und Urkunden steht auch auf dem Tisch sein Bärenpfefferspray parat …hmm…

 

Mit Sonnenschein fahren wir auf den Marion Creek Campground ein. Doch leider sehen wir am nächsten Morgen nichts mehr von der Sonne und so beschließen wir hier einen Pausentag zu machen und das schlechte Wetter auszusitzen, also ich bleibe sozusagen sitzen und arbeite am Alaska Teil 1 Bericht und die anderen fünf laufen zusammen durch das Regenmatschwetter einen angrenzenden Trail. Lars fotografiert eine Hundetatze neben einer sehr frischen, sehr größeren Tatze, aber den dazugehörigen Bären begegnen sie zum Glück nicht auf ihrer Wanderung. Als sie zurück sind, gibt es von Bettina für alle zur Stärkung einen leckeren Heidelbeer Milchshake. Ein kurzer Regenstopp am Abend veranlasst die Männer zum Holz hacken, Lagerfeuer entzünden und ein paar superleckere Burger zu grillen. Diese essen wir dann, wegen wieder einsetzenden Regen, drinnen bei Bettina und Günter. Das ist die einzige Zeit während unserer gemeinsamen Zeit mit Bettina und Günter, die Foppolo und Anthony so überhaupt nicht einsehen und verstehen, wenn wir gemeinsam Abendessen und sie nebenan im Toyota schon schlafen sollen. Besonders bei Foppolo kommt dann die beleidigte Leberwurst durch. Wir Menschen sehen es aber als kleines Training fürs „mal Alleinsein“ an, zum Beispiel für den Rückflug.

 

Tag Vier auf dem Dalton beginnt und welch Wunder, es regnet nicht mehr und wir sehen sogar blauen Himmel. Das Warten hat sich gelohnt, bei gutem Wetter fahren wir durch die Brooks Range und über den Atigun Pass (1.444 m) und staunen, dass auf den Bergen frischer Schnee liegt. So stimmte also die Wettervorhersage, bei uns unten, der Marion Creek Campground liegt auf 350 m Höhe, hatte es geregnet und hier oben hat es geschneit und das im August. Die Berge hinter uns,  beginnt nun die faszinierende Weite der Tundra, eine unglaubliche Landschaft.

 

Bettina und ich halten während der Fahrt immer aufmerksam Ausschau nach Tieren und geben uns durch unsere Funkgeräte Bescheid, wenn der Fotoapparat gezückt werden muss. (Natürlich ist das Funkgerät auch für andere wichtige Dinge nützlich, wie zum Beispiel Durchsage: ein Lkw naht, eine Aussicht, oder Pipi pause einlegen, …) Die Elchkuh die wir an einem Wasserloch entdecken, lässt sich von uns nicht stören und wir können sie in Ruhe betrachten und fotografieren. Superschön.

 

Unser heutiges Ziel, den Campingplatz am Galbraith Lake (850 m hoch) haben wir nach 162 km am  Nachmittag erreicht. Eine gute Zeit denken sich Günter und Lars um noch sportlich aktiv zu werden. Sie starten zusammen mit Foppolo zu einer Laufrunde. Bettina, Anthony und ich spazieren derweil durch die Landschaft und müssen dabei feststellen, dass beim quer Feld ein laufen, der Boden unter den Füßen sehr weich ist. Die Tundra ist ein weiches Bett. Und ja nicht stehen bleiben, sofort haben wir Unmengen an Mücken um uns herum. Am Abend gibt es wieder ein leckeres Essen, als 1. Hauptspeise Lammeintopf von Lars und als 2.Hauptspeise griechisches Omelett von Bettina. Für die gute Verdauung machen wir alle einen Spaziergang in einem herrlichen Sonnenlicht.

 

Wow, strahlend blauer Himmel, heute fahren wir bis Deadhorse, unserem mit dem eigenen Fahrzeug erreichbaren, nördlichsten Ziel.

Das Caribou, das uns auf der Straße total aufgeregt entgegen gerannt kommt, müssen wir uns nicht erst durchs Funkgerät durchsagen. Meine Güte was ist denn mit dem los. Kurz vorher haben wir einen Jäger mit Pfeil und Bogen am Straßenrand gesehen. Eine Verletzung können wir auf die Schnelle nicht sehen. Kurz vorm Toyota dreht es ab und springt durchs Gebüsch in den Straßenrand und läuft davon. Da liegen die Moschusochsen dann doch etwas entspannter auf der Tundrawiese und halten sehr, sehr still zum fotografieren. Etwas näher könnten sie sein, aber wir freuen uns riesig, diese seltenen Tiere überhaupt zu sehen. Grandios.

Dann beginnt 48 km vor Deadhorse eine große Baustelle. Im letzten Winter wurde dieses gesamte Straßenstück durch Eisschollen des Sagavanirtok River zerstört. Das Zeitfenster um die Straße wieder herzurichten ist sehr klein. Bis Ende September müssen sie fertig sein, dann zieht schon wieder der nächste Winter übers Land. Der Permafrostboden wird geschützt, indem sie Styroporplatten als Kälte-Wärme-Brücke mit in die Straße einlegen. Beeindruckend wie hier gearbeitet wird und vor allem mit was für riesigen Maschinen und nicht selten sitzt eine Frau hinter dem Steuer und lenkt diese Ungetüme durch die Baustelle. Wir folgen dem Pilotcar bis in die Containerstadt, im Deadhorse Camp buchen Günter, Lars und ich für den nächsten Nachmittag eine Bus-Tour, welche uns durch das Sperrgebiet zum Nordpolarmeer bringt. Mit Blick auf der einen Seite zu den Ölbohrtürmen und zur anderen Seite in die Tundra, stellen wir uns an das Ufer des Sagavanirtok River. Das Buschtaxi sucht Windschutz neben dem großen MAN-Allrad, es ist so stürmig, dass wir das Dach nicht hochklappen können. Erst in der Nacht gegen 4 Uhr lässt der Sturm nach und die letzten Stunden kann jeder in seinem Bett schlafen.

 

Auch Tag 6 auf dem Dalton Highway, in Deadhorse beginnt mit strahlend blauem Himmel. Bettina und die Hundis bleiben am Nachmittag an unserem Camp zurück und wir anderen Drei laufen die 1,5 km bis zum Deadhorse Camp, dort wartet der Shuttlebus auf uns.  LAUFEN ? IN AMERIKA? UND AUCH NOCH DURCH EINE BAUSTELLE ? Vielleicht 300 m vor unserem Ziel hält neben uns das Pilotcar, die Fahrerin fragt uns erstaunt was wir hier machen. Wir erklären unser Tun und sie erklärt uns, dass das gar nicht geht. Sie nimmt ihren Job sehr genau, verfrachtet uns in ihr Pilotcar und fährt uns die 300 m sicher und souverän durch die Baustelle. Wir beschließen den Busfahrer zu fragen, ob er uns auf dem Rückweg gleich an unserem Camp rauslässt. Was eine weitere Herausforderung darstellt, denn einfach irgendwo anhalten, muss erst abgesprochen werden mit dem Pilotcarfahrer…       Der kleine Bus ist vollbesetzt mit Touristen. Der Fahrer checkt die Namensliste, denn beim Ticketkauf mussten wir auch unsere Pässe zeigen, nicht jeder darf ins Sperrgebiet der Ölgiganten… Nun schauen wir hinaus auf die Beaufort See und versuchen sie auf uns wirken zulassen, mit der Industrie im Rücken. Wir stehen am nördlichsten auf der Straße erreichbaren Punkt Alaskas. Ich halte symbolisch meinen großen Zeh in das sehr kalte Wasser, Günter steht bis zu den Oberschenkeln drin und Lars lässt sich natürlich rein plumpsen. Brrr. Ich sammle noch ein paar schöne Steine als Mitbringsel für Bettina ein und schon geht es wieder zurück. Der Busfahrer lässt uns tatsächlich an unserem Übernachtungsplatz aussteigen.

 

Bettina sagt, die Hundis waren superbrav, das haben wir auch nicht anders erwartet, bei einer solch tollen Betreuung. Selbst Erziehung ist mit dabei, Bettina lernt Anthony (unserer kleinen Fressmade) in unserer gemeinsamen Zeit, das Kommando „Vorsichtig“, wenn er ein Leckerli bekommt, damit er es auch „vorsichtig“ entgegen nimmt und nicht gleich den ganzen Finger mit abbeißt und das klappt super. Dankeschön. Lars wäscht sich im noch kälteren Fluss das Salzwasser von der Haut. Wir packen zusammen, wir wollen noch heute den Rückweg antreten, ein Stück fahren und wieder in der Weite der Tundra übernachten. Wir quälen uns erstmal durch die mega staubige Baustelle.

 

Genießen dafür 100 km weiter an unserem Übernachtungsplatz die Abendsonne, welche die sich jetzt langsam herbstlich färbende Tundra erstrahlen lässt. Wir fühlen uns verzaubert.

Der Tag 7 wird nur eine kurze Etappe von 135 km, wir wollen unbedingt noch einmal am Galbraith Lake übernachten, es hat uns auf der Hochfahrt zu gut dort gefallen. Und da wir wieder beizeiten auf dem freien Campingplatz eintreffen, laufen auch Günter und Lars, natürlich mit Foppolo die gleiche Strecke, ca. 14 km. Der MAN hat noch genügend Wasser in seinen Tanks, es gibt für alle eine warme Dusche. Zum Abendessen haben wir heut was ganz Feines in der Pfanne, frischen Wildlachs. In Deadhorse hatten wir an unserem Stellplatz einen Nachbarn, der abends um 11 Uhr an unsere Tür klopfte und uns den Lachs schenkte. Er hatte ihn schon filetiert und bestens verpackt. Gemeinsam lassen wir es uns schmecken, Foppolo und Anthony schmatzen gierig die Fischhaut hinunter. Vielen Dank an den freundlichen Angler.

Bettina hat noch eine Überraschung für die Beiden, sie bekommen einen großen Teddy geschenkt, welcher Ludwig getauft wird. Sie sind natürlich aus dem Häuschen, er wird kräftig durch die Luft geschleudert und zum zerren eignet er sich auch. Ich wünsche ihm ein langes Leben, wir haben ja zum Glück einen Top Plüschtierchirurgen an Bord.

Der nächste Tag ist dann eine größere Etappe, 275 km bis zum Arctic Circle Campingplatz haben wir uns vorgenommen. Leider wird das Wetter wieder schlechter, es beginnt mächtig zu regnen. Ungefähr auf der halben Strecke des Dalton Highway, gibt es einen Abzweig zum kleinen Örtchen Wiseman. Wir möchten Uta und Berni und ihre Kids besuchen. Sie leben schon seit vielen Jahren hier in der Einsamkeit und führen ein tolles Bed-und Breakfast für die durchreisenden Nordpolarmeer Besucher. Als wir 2008 mit unserem Motorrad nach Deadhorse fahren wollten, wäre an dem Abzweig fast der Ausflug zu Ende gewesen… Uta und Berni haben uns damals mega geholfen. Nun sitzen wir 8 Jahre später wieder in ihrer gemütlichen Wohnküche, plaudern, trinken Kaffee und lassen das für uns damals sehr aufregende Erlebnis gemeinsam nochmal Revue passieren  … hier der Link zu unserem damaligen Bericht http://gespanntreisen.com/?p=261#more-261                                            Uta verabschiedet sich von uns mit dem Satz „na dann in 8 Jahren wieder“. Na mal sehen.

Bettina und Günter haben auf dem Campingplatz schon Quartier bezogen, wir stellen uns zu ihnen, der Regen hört auf und die Sonne lässt sich wieder blicken. Heute am Tag 8 auf dem Dalton Highway ist unser Wasservorrat erschöpft, es kommt nur noch Luft durch den Schlauch. Wir dürfen am MAN-Allrad zapfen. Morgen können wir erst auffüllen auf dem ersten Campingplatz unserer Hochfahrt gibt es Wasser.

Der letzte Tag auf dem Dalton Highway lässt die Autos nochmal so richtig einsauen. Erst ist schönes Wetter, dann wieder Regen und die Piste ist sehr schlammig. Wir stoppen kurz am 60 Mile Campingplatz zum Wasser auffüllen und fahren insgesamt 282 km bis ca. 30 km vor Fairbanks. Auf dem Whitefish Campground stehen wir auf grüner Wiese und können am Abend sogar noch draußen sitzen.

 

In Fairbanks heißt es wieder die Vorräte auffüllen, Autos in der Waschanlage von der Dreckpanzerschicht befreien, Wäsche waschen, Günter und ich laden im Visitorcenter unsere ersten Alaska Berichte hoch, die wir so nebenbei die letzten Tage auch noch fertig bekommen haben.

Ulla und Karl sind jetzt auch in Fairbanks eingetroffen, sie haben durch Zufall ein freies Plätzchen mitten in der Stadt zum übernachten gefunden. Kein Supermarkt Parkplatz, nein wir stehen in Ruhe am Rande eines Baseball Feldes.

Juhu, es gibt Geschenke, aber nur für Lars … es ist der 11.August, sein Geburtstag. Bettina und Günter überraschen ihn am Morgen mit einem liebevoll eingepackten Geschenk.

Zum Glück wissen wir einen ganz guten Stellplatz, 120 km von Fairbanks entfernt und da wir alle drei Pärchen in die selbe Richtung weiter fahren wollen, ist das perfekt Lars seinen Geburtstag dort zu feiern. Wir treffen am späten Nachmittag ein, die anderen Vier liegen schon entspannt in den Campingstühlen. Nach Kaffee und Apple Pie, folgt ein geselliges Grillfest. Wir sitzen lange zusammen draußen, denn es ist auch gleichzeitig unser letzter gemeinsamer Abend mit Bettina und Günter. Sie fahren mit Ulla und Karl noch den Dempster Highway nach Inuvik, sie haben einen Monat länger Reisezeit als wir. Wir müssen uns nun auf unseren Weg an die Ostküste aufmachen, ca. 8.000 km liegen vor uns.

Der Abschied fällt uns allen schwer, wir hatten als 6er Reiseteam eine megaschöne Zeit zusammen. Bis bestimmt ganz bald zu Hause.

 

Alaska lassen wir für uns an einem See mit baden, Kanu fahren und Lagerfeuer mit einer fantastischen Abendstimmung ausklingen. Schöner kann unser Alaska Besuch nicht enden.

Wir waren insgesamt 51 Tage hier und sind 6.920 Kilometer gefahren im 49th Bundesstaat der USA.

Ganz liebe Grüße von uns Vieren bis zum nächsten Mal, dann wieder aus Kanada.