Alaska (Teil 1) … alles was das Reiseherz begehrt …



Nach 49.740 km in 404 Reisetagen stehen wir am 24. Juni 2016 am nördlichsten Grenzübergang von Kanada nach Alaska. Der größte Bundesstaat der USA mit einer Fläche von 1.700.138 km², wovon wir einen minimalsten Bruchteil erleben werden.

Der wahrscheinlich freundlichste Grenzbeamte der USA bittet uns auszusteigen, wir sollen ihm unsere Kamera geben und er macht von uns ein Willkommensfoto. Foppolo, nutzt wie immer die Chance, wenn der Fahrersitz frei wird, auf diesen – seinen Platz vorzuspringen. Dies ist wiederum ein Fotomotiv für den Grenzbeamten, welches er auch sofort mit seiner Handykamera festhält. Wir denken, dass den Beamten hier, ihr Job sehr gut gefällt, denn auf dieser Strecke sind auf jeden Fall viel mehr Campmobile als andere Fahrzeuge unterwegs.  Grenzformalitäten müssen wir nicht erledigen, da unser 6 monatiges US-Visa ist noch bis 25. August gültig ist. Nach unserer netten Plauderei geht die Fahrt weiter auf dem Top of the World Highway und kurze Zeit später finden wir schon an einem Fluss einen Stellplatz für die Nacht. Es soll Spaghetti geben. Wir haben eine XL-Packung von der Lars die Hälfte kocht, diese landet dann beim abgießen des Kochwassers in den Fluss, im Fluss. Hmm, kann passieren, also kocht Lars noch die andere Hälfte und ich angle die „Fluss-Spaghetti“ für Foppolo und Anthony als Beilage zum Trockenfutter wieder heraus. Dazu geriebener Käse, alles wird gegessen und nichts verkommt in der Campingküche.

Der Top of the World Highway geht in den Taylor Highway über und dieser ist ab Chicken asphaltiert. Im ehemaligen Goldrausch-, jetzt Touristen Örtchen stoppen wir für eine Gassirunde und stehen vor einem riesigen Eimerketten-Schwimmbagger der zum Goldwaschen diente, ein nahendes Gewitter mit kräftigem Donner lässt uns (Foppolo) schnell weiterziehen. An Tetlin Junction stoßen wir wieder auf den Alaska Highway. Wir schaffen es bis Tok und gehen auf den Sourdough Campground. Abends beginnt ein mächtiger Regen, so verkriechen wir uns schnell in die Betten. Der nächste Morgen bringt leider kein besseres Wetter. 110 km weiter auf dem Alaska Highway ist ein iOverlander Punkt eingetragen, an der Brücke über den Johnson River, den nehmen wir. Und in der Sonne die wieder lacht, sind die nassen herumtobenden Hunde und ihre nassen auf der Leine hängenden Hundehandtücher schnell getrocknet. Zum Glück, denn bei längeren Regen, fängt Beides, Hund und Handtuch, dann doch an zu müffeln und das ist nicht so angenehm in unserem kleinen Buschtaxi. Noch 60 km am nächsten Tag und wir sind in Delta Junction, hier endet der Alaska Highway, natürlich gibt es ein Monument welches das Ende ausweist. Für unseren Hunger gibt es eine Burgerbude, aber nicht irgendeine, hier gibt’s Büffel Burger. 2008 gönnten wir uns hier, als Trost für das schlechte Wetter einen deftigen Burger. Heute gönnen wir uns einen als Dankeschön für die strahlende Sonne.

 

Den nächsten iOverlander Punkt setzen wir ca. 100 km vor Fairbanks. Wir übernachten ein Stück abseits vom Richardson Highway an einem Fluss. In Fairbanks stoppen wir nur kurz und füllen die Vorräte und das Wasser auf. Für die kommenden Tage haben wir uns den Steese Highway vorgenommen, eine 250 km lange, gut befahrbare, geschotterte Stichstraße nach Circle am Yukon River. Auf der Strecke geht es über zwei Passhöhen oberhalb der Baumgrenze, erst der Twelvemile Summit (962 m) , dann der Eagle Summit (1.105 m). Beide verbindet der Pinnell Mountain Trail, ein 44 km langer Wanderweg durch die Tundra. Auf der ersten Passhöhe finden wir einen tollen Übernachtungsplatz und Lars geht mit Foppolo auf dem Wanderweg Richtung Table Mountain eine Runde joggen. Circle war vor dem großen Klondike Gold Rush größte Goldgräberstadt am breiten Yukon River. Jetzt wird das 100-Seelen-Dörfchen nur einmal jährlich von der Welt wahrgenommen, da hier ein Etappenpunkt des Yukon-Quest-Schlittenhunderennen ist. Wir treffen auf zwei Kanuten und kommen schnell ins Gespräch. Sie starteten am Bennett Lake und wollen innerhalb 3 Monaten ans Bering Meer paddeln. Gerade packen sie in aller Gemütlichkeit ihre sieben Sachen zusammen. Es ist zwar schon Nachmittag, aber sie wollen noch ein Stück weiter. Bei zurzeit 24 Stunden Tageslicht kann man den Tagesablauf frei gestalten. Wir plaudern eine ganze Weile miteinander, Robert stammt aus Düsseldorf, wohnt aber schon lange in Leipzig, sein Kumpel Ellen ist Spanier. Robert hält in der Heimat Reisediavorträge (www.robertneu.de). Wir schauen den Beiden noch beim ablegen zu, Ellen hat schön den Weinschlauchkanister vor sich platziert, na dann gute Fahrt. Auch wir machen uns wieder auf den Weg und übernachten außerhalb von Circle. Der nächste Tag ist ein Geburtstag, es ist der 1. Juli und Anthony wird heute ein Jahr alt. Leider haben wir nicht das passende Wetter für so einen Ehrentag, es regnet und die Wolken hängen tief, so dass wir bei unserer Pause auf der Passhöhe Eagle Summit vom schönsten Aussichtspunkt weit und breit, laut Reiseführer, leider gar nichts sehen. Umso leckerer duftet es aber aus der Pausenküche, es gibt für alle eine Runde Geburtstags-Quesadillas. Weiter geht’s bis zur nächsten Passhöhe Twelvemile Summit. Das Wetter bessert sich und Lars kann mit Foppolo noch eine Runde joggen gehen, der hat aber keine rechte Lust, möchte wohl lieber gleich schon mit Anthonys Geburtstagsbratwürsten zu grillen anfangen.

 

Nochmal 130 km Piste und wir sind zurück in Fairbanks, wir entscheiden uns für eine Nacht auf dem Walmart Parkplatz, ich möchte das Internet nutzen um den zweiten Kanada/Alaska Bericht hochzuladen. Leider ist die Leitung dann doch nicht so gut und es dauert ewig bis alle Bilder hochgeladen sind. Neben uns übernachten in ihrem MAN Wohnmobil Hetty und Rutger mit ihrer Hündin Quara, wir kommen mit den Beiden ins Plaudern und Foppolo und Anthony freuen sich über die weibliche Abwechslung, so hat die Übernachtung auf dem sehr lauten (da 24 Stunden geöffnet) Parkplatz doch noch was gutes. Hetty und Rutger begeistern sich für unsere zwei Jungs und wir erzählen ihnen alles was wir über die Hunderasse Pastore Bergamasco wissen. Seit längerer Zeit tragen auch sie sich mit den Gedanken einen Spielgefährten für Quara ins Reiseteam zu holen. Mit Freude können wir von einem baldigen Wurf an der Westküste oberhalb von San Francisco berichten. Wir geben ihnen die Kontaktdaten von Nicole der Züchterin und sind gespannt, ob noch ein „Ami-Bergi“ mit nach Deutschland kommt.

Gegen Mittag kommen Cel und Dani mit ihrem Toyota Landcruiser auf den Walmart Parkplatz angerollt (www.break-a-way.net). Vor einem Jahr hatten wir das erste Mal Kontakt mit den Beiden, als sie noch fleißig am vorbereiten für ihre Reise waren, sie starteten dieses Jahr im Mai in Halifax, drehen jetzt hier ihre Runde durch Alaska und fahren dann gen Süden bis Feuerland. Dank Standortdienste haben wir uns gegenseitig immer Bescheid gegeben, wer wo ist und nun hat es in Fairbanks zu einem Treffen geklappt. Natürlich wollen wir nicht noch eine Nacht auf dem Parkplatz bleiben und suchen ein Stück außerhalb einen Übernachtungsplatz. Es gibt viel zu berichten und auszutauschen, so dass wir auch die kommenden Abende gemeinsam verbringen. Da Cel und Dani morgens nach einem Käffchen schon zwischen 8 und 9 Uhr starten, folgen wir ihnen die nächsten Tage nach unserem Frühstück und Gassirunde ca. 2 Stunden zeitversetzt. Unsere Treffpunkte stehen meist per iOverlander schon fest, oder sie schicken per SMS die Koordinaten vom Stellplatz. Wir haben Glück, dass das Handynetz grad gut abgedeckt ist.

Am Anfang des Denali Highways finden die Beiden einen schönen Platz am Fluss, welcher sich für einen Pausen-Service-Tag anbietet… Ölwechsel, Reifen durchtauschen, technischer Austausch unter Buschtaxi Fahrern … und Cel bäckt einen leckeren Rührkuchen in der Omnia. Am Abend geselliges Zusammentreffen am Lagerfeuer. Vom 217 km langen Denali Highway sind nur 34 km asphaltiert, von ca. Mitte Mai bis Anfang Oktober ist er für den Verkehr freigegeben. Das Wetter ist uns hold und wir haben einen wunderbaren Blick auf das Hochgebirgspanorama der Alaska Range im Nordwesten, davor weite, offene Flächen mit Seen und Flüssen. Der höchste der gewaltigen schneebedeckten Berge ist der Mount Hayes mit 4.216 m. Im Südosten liegen die Wrangell Mountains mit dem Riesen Mount Sanford 4.949 m und Mount Wrangell 4.317 m, im Nordosten haben wir den Gulkana Glacier im Blickfeld. Auf einer ausgedienten Buschlandebahn übernachten wir an dessen Ende und unsere Augen können sich nicht losreißen von der Aussicht. Die Hundis rennen die Landebahn hoch und runter, was für ein übersichtlicher Auslauf.

 

Auf dem Richardson Highway fahren wir weiter Richtung Valdez, dort treffen wir Cel und Dani drei Tage später wieder. Foppolo und Anthony haben sich mittlerweile dran gewöhnt, dass wir uns mit den Beiden immer wieder begrüßen und verabschieden, was ja so eigentlich nicht in die Regeln eines Hütehundes passt. Die Herde hat zusammen zu bleiben, aber umso größer ist dann die Wiedersehensfreude der verlorenen Schafe.

Kurz vor dem Thompson Pass stoppen wir am Worthington Glacier, wir laufen einen Trail bis an die Kante heran, sehr beeindruckend für uns und Foppolo und Anthony haben ihren Spaß auf dem Wanderweg. Sie sind in ihrem Element, rennen und springen über die Felsen. Auch Anthony hat es inzwischen erkannt, dass die Aussicht von den hohen Felsen am besten ist und jagt dem Foppolo überall hinterher. Gemeinsam sitzen sie dann auf den Felsen und schauen wo wir denn bleiben.

Wir müssen nicht mehr weit fahren, finden nur ein paar Kilometer weiter einen Stellplatz mit Gletscherblick.

 

Die kleine Stadt Valdez liegt am Prince William Sound, wir sind wieder am Pazifik angekommen. Entstanden 1897/98 als Ausgangspunkt für Goldsucher, die hier Ihren langen Marsch ins Landesinnere begannen. 1964 zerstörte ein Tsunami den kompletten Ort. Einige Kilometer entfernt wurde die Stadt und der eisfreie Hafen neu aufgebaut und ist gleichzeitig der Endpunkt der 1.287 km langen Alaska Pipeline. Am 1. August 1977 verließ der erste Tanker mit Erdöl aus der Prudhoe Bay am Nordpolarmeer (dazu mehr im nächsten Bericht) den Hafen von Valdez. Mitte März 1989 wurde der Ort weltweit bekannt durch die folgenschwerste Tankerhavarie der US-Geschichte, der Riesentanker Exxon Valdez lief auf ein Riff und 41 Millionen Liter Rohöl ergossen sich in den Prince William Sound. Ein Wahnsinn für die Tierwelt und die Natur. Die Reinigung dauerte Jahre.

Ein Stück außerhalb treffen wir uns wieder mit Cel und Dani, die Koordinaten von ihrem Stellplatz schickten sie uns wieder per SMS. Ein superschönes Plätzchen, den wir durch eine kleine Furt erreichen und stehen direkt am Fluss, oder besser gesagt laut GPS Punkt der Karte, im Fluss. Die Nacht vorher standen wir an einem Gletschersee, da kann ja nicht viel passieren, aber jetzt ist es ein Gletscherfluss, da kann doch schnell mal das Wasser steigen. Dani hat ein paar Stöcke am Rand eingesteckt um den Wasserstand zu beobachten und falls die Hundis diese nicht zum spielen wieder rausziehen, sollte die Methode funktionieren. Und weil es so schön hier ist, treffen wir uns am nächsten Abend gleich nochmal an selber Stelle.

 

Bevor wir Valdez verlassen, stoppen wir noch an einer Lachsaufzucht. In unzähligen Mengen wimmelt es an Wildlachsen vor dem geschlossenen Wehr. Sie alle wollen eigentlich dort durch und in der kleinen Bergschlucht den Wasserfall hinauf um an ihren Geburtsort zurückzukehren und zu laichen, aber ca. 350.000 werden umgeleitet durch ein Tor direkt in die Fabrik. Jährlich werden hier 250 Millionen Pink Salmon Eier und 2 Millionen Coho Salmon Eier ausgebrütet. Viele der Lachse werden schon vor dem Tor von Weißkopfseeadlern, Seelöwen und Bären gefangen und verspeist.

 

Retour geht es wieder über den Richardson Highway, dann weiter auf den Glenn Highway Richtung Anchorage und Kenai Peninsula. Das Wochenende steht vor der Tür, wir entscheiden uns noch nicht auf die Halbinsel zu fahren, da dort mit höchster Wahrscheinlichkeit Ansturm herrscht. Wir bleiben in der Nähe von Anchorage und fahren in die Berge auf den Hatcher Pass 1.184 m hoch. Es lohnt sich, hier ist nicht viel los. Ein Stellplatz ist schnell gefunden und das Lager für die nächsten Tage errichtet. Wir wandern einen kleinen Berg hinauf, Anthony und ich haben ganz schön zu schnaufen, unsere Jogger Lars und Foppolo laufen da etwas leichtfüßiger bergan. In den restlichen Schneefeldern haben Foppolo und Anthony einen mega Spaß. Oben angekommen genießen wir die Aussicht und machen ausgiebig Pause mit Keksen und Leckerli.

 

Sonntagnachmittag fahren wir durch Anchorage, die Stadt hat ca. 283.000 Einwohner, das sind 40 % der Gesamtbevölkerung von Alaska. Der größte Teil davon scheint uns auf unserem weiteren Weg Richtung Kenai-Halbinsel entgegen zu kommen, das Wochenende ist vorbei. Wir befinden uns jetzt auf dem Seward Highway, der erste Abschnitt geht entlang des Turnagain Arms, hier ist  der Gezeitenwechsel mit 11 m Tidenhub der zweithöchste in Nordamerika. Cel und Dani kommen uns am Beginn der Halbinsel entgegen, sie sind hier schon fertig mit ihrer Runde, da sie von Valdez mit der Fähre über den Prince William Sound nach Whittier übergesetzt hatten. Wir treffen uns am Übernachtungsplatz und verbringen nun wahrscheinlich den letzten gemeinsamen Abend miteinander, auf jeden Fall bleiben wir in Kontakt.

Wir fahren weiter auf dem Sterling Highway entlang der Westseite der Kenai Peninsula, der größte Teil der Fläche steht unter Naturschutz und ist weitgehend unzugänglich als Kenai National Wildlife Refuge und Kenai Fjords National Park. Wir folgen der Uferlinie des Cook Inlet. Die russisch-orthodoxen Kirchen mit ihren Zwiebeltürmchen erinnern an die Ursprünge Kenais und die russische Besiedlung Alaskas. Wir sehen auch Frauen in typischen Trachten. An einer Aussicht auf den Meeresarm können wir mit dem Fernglas Belugawale beobachten und haben Blick auf unser Ziel dem Homer Spit. Eine 7 km lange, schmale Landzunge. Auf einen der Campingplätze sind wir verabredet mit Hetty, Rutger und Hündin Quara, die Stellplätze befinden sich direkt am Strand des Cook Inlet. Die Hunde können herumtoben und wir saugen die frische Meeresbrise beim spazieren gehen in uns auf. Am Abend sitzen wir Vier lange gemeinsam draußen. Nach einem morgendlichen Strandlauf verabschieden sich Hetty und Rutger von uns, vielleicht sehen wir uns ja in Deutschland zu einem Bergamasker Treffen wieder. Wir fahren die Homer Spit Road bis zum Endpunkt, beobachten mit dem Fernglas das Meer und entdecken tatsächlich Belugawale. Zurück auf dem Sterling Highway stoppen wir in Anchor Point, fahren die 2 km lange Anchor River Road bis zum Ende ans Meer und jetzt dürfen wir sagen, wir waren am westlichsten, auf durchgehender Straße erreichbaren Punkt Nordamerikas.

 

Kurz hinter Anchor Point entdecke ich in der Karte den Namen Whiskey Gulch Beach, vielleicht ist das ja ein Plätzchen zum übernachten und tatsächlich, ein paar Camper stehen schon da und auf dem Schild steht 14 Tage Campinglimit, ein freier Platz. Die Aussicht dazu ist die Krönung, auf der gegenüberliegenden Seite des Cook Inlet stehen die schneebedeckten Vulkane Iliamna (3.053 m) und Redoubt  (3.108 m) im Lake Clark National Park. Wir machen einen Kurzurlaub und bleiben drei Nächte, dann geht uns die Milch für den Kaffee aus, wir müssen weiter 😉

 

Von der Hauptstraße biegen wir auf die 30 km lange fast parallel verlaufende Skilak Lake Road ab. Am Bottenintnin Lake findet sich ein ruhiger Übernachtungsplatz. Es ist Freitagabend und wir befürchteten aufgrund des schon wieder bevorstehenden Wochenendes keinen gescheiten Platz zu finden. Es ist Hauptsaison zum Lachsfang und die Leute stehen in Reihe und Glied in den Flüssen und am Meer und angeln die riesigen Fische. Dementsprechend sind sämtliche flußnahen Stellplätze mit den Campmobilen der Angler belegt.

Das Wetter passt, die Sonne scheint. Also entscheiden wir uns auch noch den Seward Highway durch die Kenai Mountains zu fahren. Das kleine Örtchen Seward befindet sich an der Resurrection Bay, natürlich sind auch hier jede Menge Wochenendtouristen unterwegs. Sie campen rund um die Bucht. Wir laufen eine Runde durch den Hafen und beobachten einen lustigen Seeotter, der erst aussieht wie ein Stück Holz was auf den Wellen schaukelt, doch sich dann ganz putzig im Wasser bewegt.

Etwa 6 km vor Seward zweigt die Exit Glacier Road ab, den Gletscher, welcher zum Harding Icefield gehört, wollen wir uns am nächsten Tag anschauen. Parallel zur Straße verläuft ein Gletscherfluss an dem wir einen wunderschönen Nachtplatz finden.

Auf dem Parkplatz des Exit Glacier erklärt uns der National Park Ranger, das Hunde auf den Trails leider nicht erlaubt sind. Zu viele Elche, Elchmütter mit Kindern und Bären seien hier unterwegs. So bleibt für Foppolo und Anthony nur eine kurze Runde über den Parkplatz, dann müssen sie im Auto warten, aber sie konnten am Morgen bereits ausgiebig am Flussufer toben. (Anthony kam dabei nach einer kurzen Verfolgung eines anderen Hundes pudelnass zurück. Ein kleiner Seitenarm des Flusses war dann doch zu breit und er landete bei seinem Sprung mittendrin.) Das Wetter ist jetzt mittelprächtig, also eher kühl und es sieht nach Regen aus. Gerade parkt auch ein MAN Allrad mit deutschem Kennzeichen ein. Es sind Bettina und Günter aus München ( www.man-mobil.jimdo.com ). Schnell ist der Reiseplausch im Gange und wir gehen gemeinsam die kürzeste Runde ca. 4 km zur Gletscher Aussicht. Wir sehen den dramatischen Rückgang des Gletschers anhand von Markierungen mit Jahreszahlen. Ein erschreckendes Beispiel der Klimaerwärmung. Auf dem Rückweg öffnen sich die Schleusen des Himmels der Regen beginnt, die Regenjacken liegen im Auto…  Und da sich unsere Autos schon gut kennen, denn sie waren letztes Jahr zusammen 10 Tage auf der Fähre nach Halifax und wir uns noch nicht, verlassen wir gemeinsam am 25. Juli die Kenai-Halbinsel. Was wir in den folgenden Wochen auf unserem gemeinsamen Weg in den nördlichsten Teil Alaskas erleben lest ihr dann im nächsten Bericht.

Ganz liebe Grüße von uns Vieren Lars, Dagmar, Foppolo und Anthony